Forderung

Digitalpakt für Baden-Württemberg: „BW-Digitalpakt“

Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich für einen „BW-Digitalpakt“ für alle 4.500 Schulen im Land ein. Die Landesvorsitzende Doro Moritz appellierte auf einer Tagung am Wochenende an die Landesregierung und die Schulträger, nicht nur auf Gelder aus Berlin zu warten.

06.05.2019 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg
  • © www.pixabay.de

„Unsere am 29. April veröffentlichte Umfrage zur Situation an den Schulen in Baden-
Württemberg zeigt, dass alle Beteiligten schnell handeln müssen. Wir befinden uns in den
meisten Klassenzimmern in Baden-Württemberg in der Kreidezeit. Etwa die Hälfte der
Lehrkräfte hat fast keine Erfahrungen mit dem Einsatz moderner Medien. An vielen
Standorten scheitert dies bereits an der fehlenden oder schwachen Internetverbindung“,
sagte am Sonntag in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die hohe Zahl von 5.700 Rückmeldungen von Lehrkräften aller Schularten in der GEWUmfrage
zeigt, dass von Digitalisierung in den meisten Schulen noch nicht viel zu spüren
ist. Drei Viertel der Grundschullehrkräfte haben keine Erfahrung mit digitalen Medien.
Über alle Schularten haben 47 Prozent noch nie mit Tablets oder Smartphones und
58 Prozent noch nie mit interaktiven Tafeln gearbeitet. 56 Prozent haben noch nie
Lernplattformen genutzt. „Der Digitalpakt ist nur ein kleiner Schritt. Hier müssen
Schulträger und Landesregierung deutlich mehr investieren, es mangelt auch hier an der
Infrastruktur und an guten Fortbildungsangeboten“, sagte Moritz.

Die GEW-Chefin nennt es „beschämend für das Spitzentechnologieland Baden-Württemberg,
wie die Schulen in unserem Land ausgestattet sind. Der Informatikunterricht wird
nur schrittweise eingeführt, Lehrerfortbildungsmittel wurden noch 2017 gekürzt und an
vielen Schulen fehlt die technische Ausstattung, um überhaupt mit Tablets oder anderen
Geräten arbeiten zu können. Wir befinden uns in der Kreidezeit, brauchen Zeit und Fortbildungen,
um sinnvolle pädagogische Konzepte für die Digitalisierung zu erarbeiten“,
sagte Moritz.

Über die meiste Erfahrung mit Digitalisierung verfügen die SBBZ (Sonderpädagogische
Bildungs- und Beratungszentren), die Gemeinschaftsschulen und die beruflichen Schulen.
Unter den Befragten, die bereits Erfahrung gesammelt haben, ergibt sich ein gemischtes
Bild. Interaktive Tafeln und Smartphones/Tablets werden von der Hälfte gut bis sehr gut
beurteilt. Bei den Lernplattformen scheint die Wirkung noch offen zu sein: Über 50
Prozent verhalten sich hier neutral. Diese Ergebnisse machen laut GEW deutlich, dass die
digitale Praxis äußerst heterogen ist und es einen hohen Bedarf an Unterstützung und
Fortbildungen gibt.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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