Doppelter Jahrgang G8/G9: Befürchtungen haben sich nicht bestätigt

Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am heutigen Dienstag auf einer Pressekonferenz in Saarbrücken die Ergebnisse der Auswertung der Halbjahreszeugnisse des doppelten Jahrgangs G8/G9 vorgestellt.

26.02.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Ausgangspunkt der Auswertung waren die an das Ministerium herangetragenen Befürchtungen, dass in den gemeinsamen Kursen von G8/G9-SchülerInnen die G8er "reihenweise massiv einbrechen", die G8er "ins Bodenlose stürzen" und "in großer Zahl die G8er die Schule verlassen müssen." Und insbesondere in einigen Fächern wie beispielsweise Mathematik, Deutsch oder Biologie "alle G8er durchgängig benachteiligt" wären.

Die Auswertung hat ergeben, dass sich keine dieser Befürchtungen bestätigt hat.

Die Auswertung:

Der Jahrgang hat insgesamt etwa 6.000 Schülerinnen und Schüler, davon sind jeweils rund die Hälfte G8-Schüler und G9-Schüler. Die G8- und G9 Schülerinnen und Schüler werden in rund 2.700 Grund- und Leistungskursen gemeinsam unterrichtet.

Für alle Kurse des 1. Halbjahres der Hauptphase wurden je Kurs die Mittelwerte der Zeugnisnoten getrennt nach G8ern und G9ern erfasst, dabei wurden sowohl die Ergebnisse in den Leistungskursen als auch in den Grundkursen wurden verglichen.

Ziel der Auswertung war die Analyse, welche Unterschiede zwischen den Ergebnissen der G8er und G9er in den gemeinsamen Kursen

  • in den Leistungs- und Grundkursen
  • durchgängig in bestimmten Fächern

kann man feststellen?

Haben die Unterschiede ein Muster?
Wenn ja, welches?

Die durchgeführte Detailbetrachtung ermöglicht es, Schwachstellen in einzelnen Kursen auf zu decken und gezielt die betroffenen Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.

Die Ergebnisse und Folgerungen:

Im Durchschnitt über alle Fächer und Kurse beträgt der Unterschied zwischen G8ern und G9ern weniger als einen halben Punkt im 15 Punkte-Notensystem. Das entspricht im Notensystem "Sehr gut – gut –befriedigend…" weniger als einer sechstel Note.

Die Auswertung hat ergeben, dass in keinem Fach eine durchgängige Benachteiligung von G8ern gegenüber G9ern deutlich wird. Die individuelle Betrachtung von 2.700 Kursen zeigt ein sehr differenziertes und komplexes Bild. In der Mehrzahl der Kurse zeigten sich keine Auffälligkeiten. Deshalb sind pauschale Maßnahmen nicht angebracht.

In einzelnen Kursen zeigt die Notenabweichung im Kurs sowohl zu Gunsten der G8er, als auch zu Gunsten der G9er, dass Klärungsbedarf besteht.

Die Maßnahmen:

Es wird eine Diskussion der Gesamtergebnisse und möglicher Konsequenzen in Schulleiterdienstbesprechungen, nötigenfalls auch mit Einzelschulen, geben. Zudem wird eine Erörterung der Situation mit dem Vorstand der Landeselternvertretung und der Landesschülervertretung stattfinden.

Die Schulleitungen werden aufgefordert, Detailergebnisse, Ursachen und mögliche Konsequenzen mit dem Kollegium und mit den örtlichen Elternvertretungen zu besprechen. Die Kurse mit außergewöhnlichen Ergebnissen werden gesondert zwischen Schulleitung, Lehrkräften und Schülern erörtert und angemessene Maßnahmen erarbeitet.

Das Kultusministerium wird nach dem zweiten Halbjahr der Hauptphase die Ergebnisse erneut auswerten.


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