Leistungsprinzip an Schulen

DPhV begrüßt Ergebnisse der YouGov-Meinungsumfrage

Meidinger: Bundesländer, die Noten und Sitzenbleiben abschaffen, handeln gegen den Willen einer übergroßen Bevölkerungsmehrheit.

01.09.2016 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)
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Als eindrucksvolles Votum gegen eine Abkehr vom Leistungsprinzip an unseren Schulen hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Ergebnisse der repräsentativen bundesweiten Meinungsumfrage von YouGov bezeichnet. Demnach halten 81 Prozent der Befragten die Beibehaltung des Sitzenbleibens für sinnvoll, 75 Prozent befürworten die Vergabe von Ziffernnoten an Schulen.

"Bundesländer, die wie Hamburg das Sitzenbleiben in ganzen Jahrgangsstufen komplett abgeschafft haben bzw. wie in Schleswig-Holstein und Niedersachsen den Grundschulen ermöglichen, komplett auf Noten zu verzichten, handeln gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, gerade auch von Eltern und Schülern", betonte der Verbandschef in Berlin. Die Abschaffung von Noten und das Verbot des Sitzenbleibens in einzelnen Bundesländern suggeriere den Betroffenen, auch ohne vergleichende Leistungsbewertung und ohne das Erreichen von Standards könne man in der Schule und damit letztlich später auch im Leben erfolgreich sein. Das sei aber ein großer Irrtum, so der Vorsitzende.

"Zu einer erfolgreichen pädagogischen Arbeit gehört beides: Fördern und Fordern. Wer auf das Einfordern von Leistungen und Jahrgangsstufen-Standards verzichtet, der schadet den Zukunftschancen der Jugendlichen selbst am meisten!", bekräftigte Meidinger.

Abschließend erinnerte der Verbandschef an eine vom DPhV vor einigen Jahren selbst in Auftrag gegebene Meinungsumfrage, wonach auch die große Mehrheit der vom Sitzenbleiben betroffenen Jugendlichen gegen ein Verbot des Sitzenbleibens ist, nicht zuletzt deshalb, weil sie das als zutiefst ungerecht empfinden gegenüber denjenigen, die sich in der Schule anstrengen.

Zudem habe 2004 die größte jemals in Deutschland durchgeführte Sitzenbleiber-Studie (RWE, Michael Fertig) ergeben, dass ein bedeutender Teil der Sitzenbleiber von der Wiederholung der Jahrgangsstufe profitiert und eine erheblich größere Chance hat, den erstrebten Schulabschluss zu erreichen als Nichtsitzenbleiber.


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