Ebling: Mentorinnen-Projekt "Ada Lovelace" wichtiger Pfeiler der Frauenpolitik

Die gezielte Beratung und Betreuung von Schülerinnen bei der Ausbildungs- und Studienfachwahl durch das "Ada-Lovelace-Projekt" (ALP) erweitert das berufliche Spektrum junger Frauen und verbessert damit deren Zukunftschancen. Der Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend, Michael Ebling, unterstrich heute bei seinem Besuch des Ada-Lovelace-Ferienworkshops in der Projekt-Koordinierungsstelle an der Universität Koblenz: "Junge Frauen von heute sind schulisch deutlich besser ausgebildet als frühere Generationen. Sie nutzen ihre breit angelegte Qualifikation aber immer noch zu wenig und konzentrieren sich bei der Berufswahl nach wie vor zu oft auf so genannte frauentypische Berufe. Das 1997 vom Frauenministerium in Rheinland-Pfalz initiierte Ada-Lovelace-Projekt zeigt, dass Beratung und Betreuung den Schülerinnen hilft, auch traditionell frauenuntypische und zukunftsorientierte Ausbildungs- und Berufspläne zu entwickeln", sagte Ebling, dem Schülerinnen und Mentorinnen in Koblenz einen Einblick in die Praxis des Projekts gaben.

18.08.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Mit einem Frauenanteil von 38 Prozent in mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen und von 28 Prozent in den Ingenieurwissenschaften liege Rheinland-Pfalz bei den mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen im Bundesdurchschnitt (38,06 Prozent), in den Ingenieurwissenschaften sogar klar über dem Bundesdurchschnitt von 20,7 Prozent. Dennoch bestehe weiterhin Bedarf, junge Schülerinnen für Berufe und Studiengänge mit naturwissenschaftlich-technischer Ausrichtung zu motivieren. So wählten im Ausbildungsjahr 2004 in Rheinland-Pfalz knapp 58 Prozent der weiblichen Auszubildenden am häufigsten Berufe, bei denen solche mit naturwissenschaftlich-technischer Ausrichtung nach wie vor unterrepräsentiert waren. Auch beim akademischen Nachwuchs seien zwar im Wintersemester 2005/06 die Hälfte der Studierenden an rheinland-pfälzischen Hochschulen Frauen gewesen. In naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen seien sie jedoch noch immer eindeutig unterrepräsentiert. Lediglich 14 Prozent aller Studentinnen hätten mathematisch-naturwissenschaftliche und nur sieben Prozent ingenieurwissenschaftliche Disziplinen belegt. Gerade hier leiste das Ada-Lovelace-Projekt zur Entscheidungsfindung einzelner Schülerinnen für traditionell frauenuntypische Berufe oder Studiengänge einen positiven Beitrag.

Das Ada-Lovelace-Projekt ist ein Mentorinnennetzwerk, in dem sich jährlich rund 150 junge Frauen als Mentorinnen engagieren, die seit dem Start des Projekts mehr als 50.000 Schülerinnen beraten haben. "Netzwerke zu knüpfen und Bündnisse zu schmieden ist ein wichtiger Pfeiler der Frauenpolitik. Das Ada-Lovelace-Projekt macht deutlich, wie erfolgreich Netzwerkarbeit sein kann", hielt der Staatssekretär fest. Im Hinblick auf die Unterrepräsentanz von Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen und dem absehbaren demografischen Wandel sowie den daraus resultierenden Fachkräftemangel, sei es wichtig, Mädchen und junge Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe zu interessieren. "In Rheinland-Pfalz ist das Ada-Lovelace-Projekt an zwölf Hochschulstandorten mit Koordinierungsstellen und damit flächendeckend an allen rheinland-pfälzischen Hochschulen mit naturwissenschaftlich-technischem Fächerspektrum vertreten. Es stellt insofern ein bundesweit einmaliges Mentorinnennetzwerk dar", unterstrich der Staatssekretär. Hintergrundinformationen:

Das nach der englischen Mathematikerin Ada Lovelace benannte Projekt startete 1997 als Modellprojekt, um Mädchen für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge zu gewinnen. Seit dem Jahr 2000 ist es auf die dualen Ausbildungsberufe in Naturwissenschaft und Technik sowie auf die neuen Berufe der Informations- und Telekommunikationstechnologie ausgeweitet worden. Das Projekt wird finanziell unterstützt vom Frauen-, vom Wissenschafts- und vom Arbeitsministerium in Rheinland-Pfalz sowie von der Bundesagentur für Arbeit und aus dem Europäischen Sozialfonds. Das ALP setzt zum einen auf die Beratung von Schülerinnen durch Studentinnen und Auszubildende aus naturwissenschaftlich-technischen Studienfächern oder Ausbildungsberufen. Zum anderen wirken die Mentorinnen als Vorbilder. Konkret bietet das ALP zahlreiche Aktivitäten: Beratung durch Mentorinnen an Schulen, Workshops für Schülerinnen, Computerkurse, Informationsveranstaltungen über Studiengänge und Ausbildungsberufe, Schnupperstudientage an Hochschulen, Besuche in Informationszentren der Bundesagentur für Arbeit, Projekttage Elternabende und Betriebsbesichtigungen.

Mehr im Internet unter: www.ada-lovelace.com


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