Forderung

Einsatz von Alltagshelfer:innen auch an integrierten Schulen

Die LEiS-NRW e.V. spricht sich nachdrücklich für den flächendeckenden Einsatz von Alltagshelfer:innen auch an integrierten Schulen der Sekundarstufe I aus.

16.08.2024 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung LEiS-NRW e. V.
  • Ein Kind lächelt, während es mit anderen Kindern an einem Tisch sitzt und malt. © Adobe Stock

Wir begrüßen die grundsätzliche Entscheidung, in den Jahrgängen 5 und 6 auf die wertvolle Unterstützung von Alltagshelfer:innen zurückzugreifen. Jedoch empfinden wir die Einschränkung dieser Maßnahme auf Haupt- und Realschulen als unverständlich und ungerecht. Sie führt unweigerlich zu einer Benachteiligung der Schüler:innen an integrierten Schulen, obwohl auch diese Schulformen – wie beispielsweise Gesamtschulen und Gemeinschaftsschulen – eine ebenso bedeutsame und wertvolle Bildung für unsere Kinder anbieten. Auch an diesen Schulen ist der Bedarf an zusätzlicher Unterstützung klar erkennbar.

Die Integration von Alltagshelfer:innen kann einen erheblichen Beitrag zur Entlastung der Lehrkräfte leisten, was wiederum die Qualität des Unterrichts nachhaltig verbessern würde. Dies ist insbesondere für integrierte Schulen von großer Relevanz, da sie eine vielfältige, oft heterogene Schülerschaft unterrichten und häufig vor besonderen pädagogischen Herausforderungen stehen. Diese Schulformen fördern das gemeinsame Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten und aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen, was den Einsatz zusätzlicher Unterstützungskräfte umso notwendiger macht.

Besonders Schulen, die in sozial benachteiligten Lagen liegen, benötigen eine intensivere Betreuung und Unterstützung. Ein gerechter Ansatz wäre es, den Einsatz von Alltagshelfer:innen anhand eines angepassten Sozialindexes zu gestalten. Auf diese Weise könnte sichergestellt werden, dass die Schulen, die tatsächlich am stärksten auf solche Unterstützung angewiesen sind, diese auch vorrangig erhalten.

Ebenso sollten Schulen, die Schwierigkeiten haben, alle ihre Lehrerstellen zu besetzen, prioritär berücksichtigt werden. Der anhaltende Lehrermangel stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Unterrichtsversorgung und die pädagogische Arbeit dar. In solchen Fällen kann die Entlastung durch Alltagshelfer:innen entscheidend dazu beitragen, das pädagogische Angebot aufrechtzuerhalten und die Lehrkräfte zu entlasten, damit sie sich stärker auf die inhaltliche und pädagogische Arbeit konzentrieren können.

Darüber hinaus sind gebundene Ganztagsschulen besonders auf Unterstützung angewiesen. In diesen Schulen besteht oft ein erhöhter Betreuungsbedarf, der sich über den gesamten Schultag erstreckt. Alltagshelfer:innen könnten hier eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen, um die Lehrkräfte zu entlasten und gleichzeitig die Betreuungsqualität für die Schüler:innen deutlich zu verbessern. Dies gilt vor allem in Zeiten von Lehrkräftemangel und steigenden Anforderungen an die pädagogische Arbeit.

Uns ist bewusst, dass der Einsatz von Alltagshelfer:innen finanzielle Mittel erfordert und dass eine Begrenzung der Einsatzorte unter den gegebenen Bedingungen notwendig sein könnte. Dennoch sind wir der Überzeugung, dass diese Begrenzung nicht auf einer starren Differenzierung nach Schulformen beruhen sollte. Vielmehr sollte die tatsächliche Bedarfssituation der einzelnen Schulen als entscheidendes Kriterium herangezogen werden, um eine gerechte Verteilung der Ressourcen sicherzustellen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.  

Die LEiS-NRW e.V. regt daher an, die derzeitige Entscheidung zu überdenken und den Einsatz von Alltagshelfer:innen auch an integrierten Schulen zu ermöglichen. Dies würde sicherstellen, dass alle Schüler:innen, unabhängig von der besuchten Schulform, die notwendige Unterstützung erhalten, die sie verdienen, um bestmögliche Bildungsergebnisse zu erzielen. Eine solche Maßnahme wäre nicht nur gerecht, sondern würde auch das Bildungssystem als Ganzes stärken.

Ansprechpartner

LEiS-NRW e. V.

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