Realschullehrer Bayern

Einstellungskorridor ja! – Stellenstopp nein!

Lehrerversorgung und Lehrerbildung standen im Zentrum der Beratungen bei der Klausurtagung des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv) in Bad Gögging. In einer abschließenden Stellungnahme richtet der Vorsitzende Anton Huber einen dringenden Appell an die bayerische Staatsregierung:

20.01.2014 Pressemeldung Verband Reale Bildung

"Wir müssen den Besten eines Jahrgangs zusichern, ein Beschäftigungsangebot vom Freistaat zu erhalten. Es darf nicht sein, dass bestens qualifizierte junge Menschen, selbst die, die ihre Staatsexamen mit Auszeichnung absolviert haben, in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Bei Unternehmen mit einigen Hundert Beschäftigten, die in die Insolvenz geraten, sorgt sich der Freistaat sofort um die Beschäftigten. Bei der drohenden Arbeitslosigkeit Tausender Junglehrer, die insbesondere an den Realschulen dringend benötigt würden, hört man von einem Stellenstopp." Bereits in diesem Jahr sollen Stellen eingezogen werden. Der Verbandsvorsitzende sieht dafür keinerlei Spielraum - auch wenn die Schülerzahlen zurückgehen. Im Gegenteil: Der brlv fordert einen Einstellungskorridor und zusätzliche Lehrerstellen, um das auszugleichen, was in den zurückliegenden Jahren wegen des fehlenden Nachwuchses eingespart wurde.

Nach Aussage Hubers hat der brlv ein Lehrerbildungskonzept verabschiedet, das geeignet sei, möglichst große Flexibilität im Lehramtsstudium mit universitären Abschlüssen zu koppeln. Dieses Konzept sorge dafür, dass sich ein Lehramtsstudent während des Studiums bei Anrechnung annähernd aller bisher besuchten Lehrveranstaltungen auch später noch für ein anderes Lehramt entscheiden kann. Hinzu komme der berufsqualifizierende Bachelorabschluss. Damit könne man sich auch umorientieren und außerhalb des Lehramts eine Beschäftigung suchen und ggf. sogar den Masterabschluss erwerben. "Diese Polyvalenz, gekoppelt möglicherweise mit einer Zugangsbeschränkung zum Referendariat, wird sicherlich dazu beitragen, dass der Lehrernachwuchs künftig deutlich besser zu steuern ist", erklärt Huber.

Huber abschließend: "Diese Maßnahme ist allerdings in die Zukunft gerichtet und hilft jetzt nicht weiter. Heute heißt es, sich um die Junglehrer zu kümmern. Man kann sie nicht in die Arbeitslosigkeit schicken und sagen, uns interessiert das politische Ziel von 2008 nicht mehr. Dieses lautete: Keine Klasse über 30 Schüler ab 2013. Alleine um dieses Ziel jetzt zu erreichen, könnten weit über 1 000 Realschullehrkräfte beschäftigt werden. Also: Einstellungskorridor ja – Stellenstopp nein!"

www.brlv.de

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