Eltern: Mehreinnahmen zur Hebung des Bildungsniveaus einsetzen!

"So wichtig es ist, in die Wirtschaftsförderung zu investieren - was wir unterstützen -, die allgemeine Bildung ist die Startvoraussetzung. Deshalb müssen Mehreinnahmen aus den Steuergeldern der Bürger für das Saarland auch in die Verbesserung des Bildungsniveaus investiert werden", fordert die Landeselterninitiative für Bildung. Als Beispiel nennt sie die guten Rahmenbedingungen für das Schengen-Lyceum in Perl, die sie sich für andere Schulen auch wünschen.

19.06.2007 Saarland Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.

Die Eltern verweisen auf Ergebnisse der "Bildung in Deutschland 2006" eines Konsortiums im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums[1] sowie den erstmals vorgelegten Bericht "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2006" der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder[2]. Danach hat das Saarland unter den westlichen Bundesländern wegen geringerer Investitionen in Bildung den geringsten Anteil pädagogischer Fachkräfte mit Fachschulabschluss sowie des hochschulausgebildeten Personals (Abb. C3-3 Bildung in Deutschland), hat es nach Bayern das schlechteste ganztagsschulische Angebot in Deutschland (Abb. D3-3 Bildung in Deutschland), hat das Land neben seinen schlechten Quoten bei mittlerer Reife und Abitur[3] mit Sachsen-Anhalt die geringsten Anteile der Bevölkerung mit Hochschulabschluss bzw. Promotion (nämlich 12 %, Bundesdurchschnitt 15 %, OECD 19 %). Zudem ist der Bildungsabstand der Frauen zu den Männern im Saarland im Vergleich mit den anderen Bundesländern mit am höchsten (mehrere Tabellen in Bildungsindikatoren im Ländervergleich).

Es gilt, Veränderungen im Schulsystem zu finanzieren, damit Schüler länger gemeinsam in kleineren Einheiten lernen könnten, um in größerer Zahl höhere Abschlüsse zu erreichen. "Die Beschränkung des gemeinsamen Lernens auf eine nur vierjährige gemeinsame Schule muss endlich überwunden, frühes Trennen und Ausgrenzen verhindert werden.", sagte der Sprecher der Elterninitiative Strube.

Wir brauchen, wie die PISA-Untersuchungen ergeben haben, ein flächendeckendes Angebot an Schule über den ganzen Tag, das die meisten Länder in der EU und der OECD besitzen. Sie führen zu höherem Leistungsniveau sowie zu einem besseren Ausgleich individueller Leistungsunterschiede und prekärer außerschulischer Bedingungen.

Die Eltern weiter: "Wir unterstützen die Forderungen der Lehrer nach mehr Zeit und Raum für die individuelle Förderung der Kinder. Ein enormer Fortschritt wäre, allen Lehrern Supervision anzubieten. Das ist eine begleitende, professionelle Beratung, die das eigene berufliche Handeln reflektiert und über Ziele verändert. Aber sie ist nicht umsonst zu haben."

Die Frage ist nicht, ob das Saarland es sich leisten kann, in Bildung zu investieren, sondern, ob es sich leisten kann, nicht in Bildung zu investieren.


[1] www.bildungsbericht.de

[2] www-ec.destatis.de csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1019105

[3] Statistisches Bundesamt "Bildung und Kultur" Schuljahr 2005/06, Fachserie 1, Tabelle 6.5; erschienen Oktober 2006


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