Mecklenburg-Vorpommern

Erfolgreicher Start ins Schuljahr 2014/2015

Bildungsminister Mathias Brodkorb zeigt sich mit dem reibungslosen Start des Schuljahres 2014/2015 überaus zufrieden. Knapp zwei Monate nach den Sommerferien hat der Minister im Landtag eine positive Bilanz gezogen.

15.10.2014 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

"Mit 575 Lehrerinnen und Lehrern sowie 55 Erzieherinnen und Erziehern mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung verzeichnen wir so viele Einstellungen wie nie zuvor in der Geschichte des Landes", sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb. "Die Schulen haben bereits im Frühjahr die Stundenzuweisung für das Schuljahr 2014/2015 erhalten, so dass Schulleiterinnen und Schulleiter die Stundenpläne vor den Sommerferien erstellen konnten. Davon haben auch die Schülerinnen und Schüler profitiert", erläuterte Brodkorb.

Für den reibungslosen Start bedanke er sich bei den Kolleginnen und Kollegen in den Schulen, in den Staatlichen Schulämtern und im Bildungsministerium. Selbst die Opposition, Lehrergewerkschaften und Verbände hätten einräumen müssen, dass es einen geräuschlosen Schulstart gegeben habe und die Bemühungen der Landesregierung um eine kontinuierliche Personalpolitik Früchte getragen hätten. Das verstehe er als Lob und könne dies nur weiterreichen.

"Mit der Lehrerwerbekampagne haben wir es geschafft, bundesweit Aufmerksamkeit auf das Angebot an freien Stellen zu erlangen. Die Verbeamtung macht den Lehrerberuf im Land attraktiver", so der Minister. "Die Werbeaktionen werden fortgesetzt. Beim Pendleraktionstag in Schwerin vor einem Monat hat die Agentur mv4you beispielsweise Postkarten der Lehrerwerbekampagne verteilt", sagte Brodkorb. "Mit dem 50-Mio.-Euro-Paket will die Landesregierung die Qualität des Unterrichts verbessern und den ´Arbeitsplatz Schule` für Lehrerinnen und Lehrer attraktiver machen", so Brodkorb.

Die Maßnahmen des 50-Mio.-Euro-Paketes für alle Schularten im Überblick:

1. Sicherung des Lehrernachwuchses für gute Schule
→ 19 Millionen Euro

Seit dem 1. August 2014 werden Lehrerinnen und Lehrer bis zu einem Alter von 40 Jahren verbeamtet. Mecklenburg-Vorpommern kann damit im bundesweiten Wettbewerb um junge Lehrerinnen und Lehrer mithalten. Lehrerinnen und Lehrer in der Sekundarstufe I, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, werden einheitlich eingruppiert und erhalten ein höheres Gehalt. In den beruflichen Schulen wird die Schüler-Lehrer-Relation gesenkt.

2. Programm gegen Unterrichtsausfall
→ 13 Millionen Euro

An allen Schularten sorgen Vertretungslehrerinnen und Vertretungslehrer oder Sonderprogramme dafür, dass möglichst wenig Unterricht ausfällt. Angehende Lehrerinnen und Lehrer, die das Erste Staatsexamen erfolgreich absolviert haben, können ihre Wartezeiten auf den Vorbereitungsdienst überbrücken, indem sie Vertretungsunterricht an den Schulen erteilen. Dies ist auch ein Beitrag, um der Abwanderung von Fachkräften entgegen zu wirken.

Die Beschäftigung von Vertretungslehrerinnen und Vertretungslehrern hat sich in den vergangenen Schuljahren bewährt. Sie hat vor allem dazu geführt, dass die Belastung der Kollegien sinkt. Mussten früher Lehrerinnen und Lehrer für ihre erkrankten Kolleginnen und Kollegen einspringen und den Unterricht vertreten, so übernehmen dies jetzt häufig Vertretungslehrkräfte. Der originäre Unterrichtsausfall (ohne elementare Ereignisse wie Wettergeschehen und Streiks) bleibt trotz Auslaufen des Lehrerpersonalkonzeptes auf stabilem Niveau.

Seit Beginn des Schuljahres 2014/2015 erhalten ältere Lehrerinnen und Lehrer weitere Entlastungen in Form von zusätzlichen Altersanrechnungsstunden. Ein Lehrergesundheitsprogramm trägt dazu bei, Unterrichtsausfall zu vermeiden. Fehlzeiten von Lehrerinnen und Lehrern wird niemand verhindern können. Wenn Lehrerinnen und Lehrer gesund und motiviert sind, profitieren durch den guten und attraktiven Unterricht vor allem die Schülerinnen und Schüler.

3. Bessere Qualität der Angebote in der Ganztagsschule und der vollen Halbtagsschule
→ zusätzlich 6 Millionen Euro

Die Qualität in den Ganztagsschulen in Mecklenburg-Vorpommern soll sich verbessern. Lehrerinnen und Lehrer erhalten in Abhängigkeit vom unterrichtsergänzenden Angebot Zeit für die Vor- und Nachbereitung. Schulen werden auf Wunsch sogenannte Schulbudgets zur Verfügung gestellt, damit sie Angebote von externen Anbietern wie Musikschulen und Sportvereinen in den Schulalltag integrieren können. Das heißt: Lehrerwochenstunden, die für die Gestaltung von Ganztagsangeboten vorgesehen sind, können in finanzielle Mittel umgewandelt werden, um interessierte Anbieter von Außen zu gewinnen. Davon haben zum Schuljahr 2014/15 bereits 41 Schulen Gebrauch gemacht.

4. Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Schulsystems
→ 7 Millionen Euro

Klassenlehrerinnen und -lehrer an Grundschulen erteilen weniger Unterricht und unterrichten 27 Stunden pro Woche. Für Klassenleiterinnen und -leiter an Regionalen Schulen, Gymnasien und Gesamtschulen reduziert sich ebenfalls der wöchentliche Einsatz im Fachunterricht bis einschließlich Jahrgangsstufe 10 um eine Stunde. Auch für Lehrerinnen und Lehrer, die in der Einführungs- und bzw. oder Qualifikationsphase an Gymnasien, Gesamtschulen, Abendgymnasien und Fachgymnasien eingesetzt sind, verbessern sich die Rahmenbedingungen durch die Entlastung bei der Unterrichtsverpflichtung um bis zu drei Stunden.

Die Bewerbungsbedingungen für Schulleiterstellen und Stellvertreterposten sind verbessert worden, damit sich mehr Lehrerinnen und Lehrer auf diese Stellen bewerben können. Vom Schuljahr 2014/2015 an sind zudem Zulagen für Schulleitungen geplant, damit sie mehr verdienen als Lehrerinnen und Lehrer an ihrer Schule. Von dieser Regelung werden insbesondere Schulleitungen an kleinen Schulen profitieren.

5. Inklusion
→ 10 Millionen Euro

In Mecklenburg-Vorpommern sollen perspektivisch so viele Kinder wie möglich gemeinsam an allgemein bildenden Schulen lernen, die keine Förderschule sind. Etwa 60 Grundschulen und weiterführende Schulen mit besonderen Lernbedingungen erhalten mehr pädagogisches Personal.

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, soll durch ein besonderes flächendeckendes Angebot verringert werden. Seit dem Schuljahr 2014/2015 bieten 27 Förderschulen ein freiwilliges zehntes Schuljahr an. Bislang war das Erreichen der Berufsreife auf wenige große Förderschulen im Land beschränkt.

Um den Gemeinsamen Unterricht umzusetzen, wird die pädagogische und sonderpädagogische Förderung verbessert. Das Land sichert die teilstationäre Frühförderung an den Landeszentren Güstrow und Neukloster ab.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden