Erste Schulinspektionen in NRW: 50 Schulen beteiligen sich an der Pilotphase
Schulministerin Ute Schäfer hat heute den Start der ersten Schulinspektionen in Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben. 50 nordrheinwestfälische Schulen - jeweils zehn Schulen pro Bezirksregierung - haben sich bereit erklärt, an der Pilotphase teilzunehmen. In den nächsten Monaten werden insgesamt 25 Schulinspektoren die Schulen besuchen, um Unterricht und Schulalltag für jeweils mehrere Tage zu beobachten. Die Ergebnisse des Schulbesuchs fassen die Schulinspektoren in einem Bericht zusammen. Gemeinsam mit der Schulaufsicht werden die Schulen dann für die Zukunft Zielvereinbarungen treffen.
14.04.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen"Mehr und mehr entscheiden unsere Schulen selbstständig über die Verwaltung und Organisation von Schulleben und Unterricht. Mit unserem neuen Schulgesetz haben wir dafür den rechtlichen Rahmen geschaffen. Wo allerdings die Selbstständigkeit größer wird, werden auch Qualitätssicherung und Rechenschaftslegung immer wichtiger", erklärte Schulministerin Ute Schäfer. Dabei sei es die Aufgabe des Staates, seinen Schulen Beratung und Unterstützung zu bieten. "Deshalb wollen wir künftig in die Schulen gehen und Schulinspektionen durchführen. Jede Schule erhält so regelmäßig Rückmeldung über die Qualität ihrer Arbeit und über Möglichkeiten der Weiterentwicklung", sagte die Ministerin. Dabei sei ihr eines besonders wichtig: "Schulinspektionen dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Sie stehen vielmehr in Zusammenhang mit einem großen Maßnahmenbündel, das wir zur Qualitäts- und Standardsicherung schulischer Arbeit entwickelt haben." Als Beispiele nannte Schäfer die Lernstandserhebungen in der Grundschule und in der Klasse neun sowie die Kernlehrpläne.
Ziel der Schulinspektionen ist, Impulse zur weiteren Verbesserung der Unterrichtsqualität und Schulentwicklung zu geben. In der Regel bilden zwei Schulaufsichtsbeamte, die nicht für die Schule direkt verantwortlich sind, ein Inspektionsteam. Den genauen Zeitplan für die Inspektionsbesuche legen die Bezirksregierungen fest. Folgender Ablauf der Schulinspektionen ist geplant:
- Ein Inspektionsteam (2 Inspektoren, die als Aufsichtsbeamte nicht für die Schule zuständig sind) informiert die Schule über Ziele und Termin der Inspektion.
- Die Schule stellt Daten zur schulischen und pädagogischen Arbeit zusammen (z.B. Schulprogramm, Rahmenbedingungen, Ergebnisse der Lernstandserhebungen, pädagogische Konzepte, interne Lehrpläne etc.)
- Erster Inspektionstag - Gespräche mit den Beteiligten, Rundgang, Unterrichtsbesuche - Zwischenbilanz
- Zweiter Inspektionstag - Unterrichtsbesuche, weitere Gespräche, Schulschwerpunkt - Abschlussbesprechung mit erweiterter Schulleitung
- Datenauswertung und Berichterstattung - Schulleitung, Schulkonferenz, Schulaufsicht.
Im Anschluss an die Auswertung wird die Schulaufsicht gemeinsam mit den Schulen Zielvereinbarungen entwickeln. Diese sind selbstverständlich auch mit einem konkreten Zeitplan verbunden. Dazu gehört auch, dass das Erreichen der Ziele von der Schulaufsicht begleitet wird.
"Die Schulen und Inspektoren, die sich an der Pilotphase beteiligen, leisten wichtige Entwicklungsarbeit", betonte Schäfer. "Sie tragen mit ihren Erfahrungen dazu bei, dass Schulinspektionen als ein zentrales Instrument der Qualitätssicherung so bald wie möglich zur Regelpraxis an allen Schulen werden."
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