Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

"Mit den vom Bildungsministerium heute veröffentlichten Zahlen über den Unterrichtsausfall zwischen 1,3 Prozent an Hauptschulen, 1,4% an Regionalen Schulen, 2,7% an Realschulen, 2,8% an Dualen Oberschulen, 3,2% an Gymnasien, 3,4% an Integrierten Gesamtschulen und 3,9 Prozent an Förderschulen fehlen landesweit mehr als 500 Lehrerinnen und Lehrer zur vollen Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2007/2008", stellte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (GEW), Tilman Boehlkau, heute vor der Presse fest. Einen ähnlich hohen Unterrichtsausfall habe auch die Gewerkschaft bei ihrer zum Schuljahresbeginn durchgeführten Schnellerhebung an den Schulen ermittelt.

21.11.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz

"Angesichts dieser immer noch hohen Unterversorgung im Bereich der Sekundarstufe I kann die GEW die Darstellung des Ministeriums, an den Schulen sei eine ´gute Unterrichtsversorgung sichergestellt`, nicht teilen, sagte Boehlkau. Neben dem - als Folge der über 500 fehlenden Stellen bedingten - strukturellen Unterrichtsausfall hätten die Schulen zusätzlich kurzfristig auftretende, z.B. krankheitsbedingte, Ausfälle zu verkraften "Die Zahlen täuschen auch darüber hinweg, dass an den meisten Schulen Vertretungslehrkräfte mit befristeten Verträgen eingesetzt werden, um den Unterricht abzudecken. Diese Vertretungsverträge zur Aufrechterhaltung einer ´guten´ Unterrichtsversorgung kaschieren nicht selten, dass viele Schulen am Limit arbeiten und die Klassen immer noch zu groß sind", betonte der GEW-Landesvorsitzende. Außerdem fehle diesen Aushilfskräften nicht selten die erforderliche Ausbildung im pädagogischen und didaktischen Bereich.

Die relativ gute Versorgung an Grundschulen und verbundenen Grund- und Hauptschulen sei den sinkenden SchülerInnen-Zahlen zu "verdanken". Boehlkau forderte, diese Situation für die Verbesserung der pädagogischen Arbeit zu nutzen, insbesondere für kleinere Klassen zu sorgen, die individuelle Förderung auszubauen, zusätzliche Lehrkräfte für Differenzierung und Integration einzustellen und den Lehrerinnen und Lehrern Entlastungsstunden für besondere pädagogische Aufgaben zu gewähren.

Ansprechpartner

GEW Rheinland-Pfalz

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