"Es wird in Bayern keine Regionalschule geben"
In einem ersten Gespräch mit dem neuen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zusammen mit Ministerialdirektor Josef Erhard überbrachte der Vorstand des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv) die Glückwünsche der Realschullehrer. Gleichzeitig stellte Vorsitzender Huber Vorschläge für die Weiterentwicklung des gegliederten Schulwesens mit der eigenständigen sechsstufigen Realschule vor. Dabei standen zwei zentrale Aussagen aus dem Koalitionsvertrag im Zentrum des Meinungsaustausches: Das kind- und begabungsgerechte Übertrittsverfahren und die Kooperationsmodelle von Schularten.
11.11.2008 Bayern Pressemeldung Verband Reale BildungDer brlv-Vorsitzende Anton Huber mahnte die noch ungeklärte Zielsetzung der Kooperati-onsmodelle an und legte zum Koalitionsvertrag eine Liste von 20 Fragen vor, die zu beant-worten seien. Erst dann könne man feststellen, welchen Weg man in Bayern in der Schulpolitik gehen will. Vorsitzender Huber dazu: "Wir sichern unsere volle Unterstützung zu, wenn es darum geht, in der Fläche bei zurückgehenden Schülerzahlen ein attraktives Bildungsangebot aufrecht zu erhalten. Wir werden aber mit großer Entschiedenheit alle Versuche einer Zusammenlegung von Schularten ablehnen." Huber weiter: "Die Tatsache, dass bisher keine der 20 Fragen beantwortet ist, und die Hektik hinter den Türen des Kultusministeriums - selbst in der Ferienzeit - lassen darauf schließen, dass man jetzt unverrückbare Fakten schaffen möchte, die unter Umständen die Schulart Realschule mittelfristig auslöschen könnten." Dabei seien, so Huber, die Mechanismen leicht durchschaubar. Mit einer Erleichterung der Übertrittsbedingungen schafft man zusätzlichen Druck auf die Realschule.
Die abschließende Einschätzung des Vorsitzenden: "Wir sehen durchaus Möglichkeiten, das bayerische Schulsystem zu verbessern. Das Übertrittsverfahren aufzuweichen oder mit zweifelhaften Modellversuchen eine Zusammenlegung von Hauptschule und Realschule herbeizuführen, wird zu keiner Verbesserung führen. Es ist jedoch ausdrücklich zu begrüßen, dass es in Bayern keine Regionalschulen geben wird."
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