EU-Expertengruppe fordert anderen naturwissenschaftlichen Unterricht

(bikl.de) Einen neuen Ansatz für den naturwissenschaftlichen Unterricht fordert eine Expertengruppe der Europäische Kommission unter Leitung des ehemaligen französischer Premierministers, Michel Rocard. In ihrem Bericht, den die Gruppe jetzt der Kommission für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend vorgelegt hat, werden die politischen Entscheidungsträger in Europa dazu aufgerufen, entsprechende Veränderungen durchzuführen.

28.06.2007 Artikel

Die Expertengruppe war vor sechs Monaten gegründet worden. Damit hatte die Europäische Kommission darauf reagiert, dass immer mehr junge Menschen in Europa ihr Interesse an den Naturwissenschaften verlieren. Aus den jüngsten Untersuchungen der OECD war hervorgegangen, dass die Zahl der Studienanfänger zwar steigt, dass sie aber andere Fächer als die Naturwissenschaften wählen und in bestimmten Studiengängen, wie z. B. Physik, die Zahl der Studierenden sogar deutlich zurück geht.

"Empfehlungen ernst nehmen"

EU-Kommissar Potočnik erklärte zu dem nun vorliegenden "Rocard-Bericht", er anhalte sehr deutliche Empfehlungen über die Richtung, die nötig sei, um den naturwissenschaftlichen Unterricht in Europa wieder aufleben zu lassen. "Diese Empfehlungen müssen ernst genommen werden. Die Förderung des Interesses der Jugendlichen in Europa für Naturwissenschaften und Technik ist von entscheidender Bedeutung, soll Europa eine Zukunft haben, die auf der bestmöglichen Nutzung von Wissen beruht."

Die Diagnose der Expertengruppe beruht auf einer Analyse laufender Initiativen wie "Pollen", das sich auf das bekannte französische "La main à la pâte"-Programm stützt und "Nucleus", einem Vorhaben, an denen Universitäten in ganz Europa beteiligt sind.

"Learning by doing"

Die Experten empfehlen eine Abkehr der schulischen Pädagogik von hauptsächlich deduktiven Methoden und eine Hinwendung zu Methoden, die auf das Erforschen ausgerichtet sind. So könnte das Interesse für die Naturwissenschaften gesteigert werden. Die Methode des "Learning by doing", bei der die Lehrkraft die Schüler begleitet und sie dazu anleitet, die Naturwissenschaften selbst zu entdecken, rege das Beobachtungsvermögen, die Fantasie und das logische Denken der Kinder an, heißt es.

In dem Bericht werden die politischen Entscheidungsträger in Europa dazu aufgerufen, sich für einen auf das Erforschen ausgerichteten naturwissenschaftlichen Unterricht stark zu machen.

Neben Michel Rocard gehören der Expertengruppe Peter Csermely (Semmelweis-Universität, Budapest), Doris Jorde (Universität Oslo), Dieter Lenzen (Freie Universität Berlin) und Harriet Wallberg-Henriksson (Karolinska Institutet, Stockholm) an. Berichterstatterin ist Valérie Hemmo, Autorin mehrerer Studien zu diesem Thema.


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Weiterführende Links

  • EU-Kommission für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend

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