EU will naturwissenschaftlichen Unterricht stärken
Die Europäische Kommission will die naturwissenschaftliche Ausbildung an den Schulen verbessern. Eine Expertengruppe soll jetzt prüfen, welche Maßnahmen in Europa dazu ergriffen werden können.
28.11.2006 ArtikelVorsitzender dieser Gruppe wird der ehemalige französische Premierminister Michel Rocard sein, der nun Mitglied des Europäischen Parlaments ist. Bei den vier anderen Gruppenmitgliedern handelt es sich um Peter Csermely (Semmelweis-Universität, Budapest), Doris Jorde (Universität Oslo), Dieter Lenzen (Freie Universität Berlin) und Harriet Wallberg-Henriksson (Karolinska Institutet, Stockholm). Berichterstatterin ist Valérie HEMMO, Autorin mehrerer Studien zu diesem Thema.
Damit reagiert die Europäische Kommission darauf, dass immer mehr junge Menschen in Europa ihr Interesse an den Naturwissenschaften verlieren. Aus den jüngsten Untersuchungen der OECD geht hervor, dass die Zahl der Studienanfänger zwar steigt, dass sie aber andere Fächer als die Naturwissenschaften wählen und in bestimmten Studiengängen, wie z. B. Physik, die Zahl der Studierenden deutlich zurück geht.
Einem Eurobarometer von 2005 zufolge glauben über 80% der erwachsenen Bevölkerung, dass das Interesse junger Menschen an den Naturwissenschaften für unseren künftigen Wohlstand ausschlaggebend ist, wohingegen nur 15% mit der Qualität der an den Schulen unterrichteten wissenschaftlichen Fächer zufrieden ist. Wissenschaftliche Lehrpläne seien zu schwerfällig geworden und schafften es nicht, die Wissenschaften in ihren historischen und sozialen Kontext zu stellen. So würden die Vorstellungskraft der Kinder und ihre Beobachtungsgaben nicht angemessen gefördert.
Auf EU-Ebene laufen bereits mehrere Initiativen, die von der Gruppe als mögliche Modelle der künftigen Politik geprüft werden sollen:
Pollen, das sich auf das bekannte französische "La main à la pâte"-Programm stützt, will den naturwissenschaftlichen Unterricht in den Grundschulen stärken.
Bei Nucleus handelt es sich um Paket von Vorhaben, an denen Organisationen auf dem Gebiet der internationalen Forschung, Museumsnetzwerke und Wissenschaftszentren sowie Partner aus Universitäten in ganz Europa beteiligt sind. Im Fokus sind dort Grund- und Sekundarschulen.
Weiterführende Links
- Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa
- Das Pollen- Projekt
- Das Nucleus- Projekt
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