Bayern

Fokussierung auf G8-G9 Debatten schadet der Beruflichen Orientierung an Schulen

Realschullehrerverbandschef Huber kritisiert den zunehmend sich verengenden Blick auf gymnasiale Bildung mit Abitur bei gleichzeitig sich abzeichnender hoher Fachkräftelücke.

09.04.2014 Pressemeldung Verband Reale Bildung

"An der Realschule ist die berufliche Orientierung junger Menschen eine der zentralen Aufgaben. Wir stellen unseren Realschülern die ganze Breite ihrer Chancen in der Berufswelt vor. Dabei vermitteln wir ihnen, dass bereits jetzt eine große Lücke an qualifizierten Fachkräften besteht. Gleichzeitig erleben wir eine unsägliche Diskussion über die Dauer gymnasialer Bildung, um Zusatzangebote wie Intensivierung und Flexibilisierung für Gymnasiasten. Der Fokus verengt sich derzeit ganz stark auf den gymnasialen Weg zum Abitur. Offenbar hat man immer noch nicht begriffen, dass wir auf eine Akademikerschwemme zusteuern bei gleichzeitig nicht mehr zu stillendem Fachkräftebedarf. Denkt man den Prozess zu Ende, dann sind wir wohl bereit, uns Tausende arbeitslose Akademiker zu leisten." Mit dieser kritischen Stellungnahme bewertet der Vorsitzende des brlv, Anton Huber, die seiner Meinung nach völlig überflüssigen G8-G9-Diskussionen.

Huber weiter: "Unsere Jugendlichen an den Mittelschulen und Realschulen müssen im Alter von etwa 15 Jahren in ihrer Persönlichkeit soweit gefestigt sein, sich für eine berufliche Laufbahn entscheiden zu können. Dabei unterstützen wir die jungen Menschen an den Realschulen in einem intensiven Prozess der beruflichen Orientierung und können schließlich jedes Jahr feststellen, dass wir nach der 10. Klasse in der Persönlichkeit sehr gereifte junge Menschen entlassen, die genau wissen, was sie wollen. Deshalb frage ich mich, weshalb man dieses Ziel nicht auch im achtjährigen Gymnasium erreichen können soll und weshalb man dort mehr Zeit braucht."

Der Bayerische Realschullehrerverband fordert dazu auf, den Fokus auf die tatsächlichen Probleme in der Nachwuchsgewinnung zu richten: auf die Akademikerschwemme, die bereits eingesetzt hat, und auf den dringenden Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs für die duale Ausbildung. Huber abschließend: "Die laufenden Diskussionen über die gymnasiale Bildung schaden den Bemühungen um die berufliche Orientierung, weil sie weiter den Eindruck vermitteln, dass der Mensch erst beim Abitur beginnt."

www.brlv.de

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Verband Reale Bildung

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