GEW MV: Bessere Arbeitsbedingungen für weniger Unterrichtsausfall
Anlässlich der Veröffentlichung der Unterrichtsversorgungstatistik seitens des Bildungsministerium meldet sich die GEW zu Wort: „Unterrichtsausfall ist ein Problem für alle. Für Lernende, Lehrende und Eltern“, meint Ulrike von Malottki, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW-MV (Lehrerin am RecknitzCampus in Laage).
09.05.2025 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung GEW Mecklenburg-VorpommernSie führt weiter aus: „Ganz vermeiden wird er sich nie lassen: Kurzfristige Erkrankungen, Begleitung von Klassenfahrten, Prüfungen u.a. muss abgedeckt werden. Aber wenn es keine Reserven oder gar Personalmangel gibt, dann fällt eben mehr aus, als wenn die Personaldecke dicker wäre. Ein Ausfall von acht Prozent an den Beruflichen Schulen ist vor allem vor dem Hintergrund, dass diese den Fachkräftenachwuchs für das Land sichern sollen, alarmierend." Das Bildungsministerium hatte in der Vergangenheit bereits den Schulen mehr Instrumente in die Hand gegeben, um beispielsweise in den Prüfungszeiträumen die Unterrichtsversorgung besser zu managen, dazu gehören beispielsweise digitale Unterrichtsformen.
Nun wird die Befristung der Verträge für externe Vertretungslehrkräfte von sechs Wochen auf maximal sechs Monate angehoben. „Eine absolut sinnvolle Maßnahme“, stellt Nico Leschinski, Landesvorsitzender der GEW MVfest. „Die alte Regelung mit den Kurzzeitverträgen machte das Angebot wenig attraktiv. Ich hoffe wir können nun mehr Vertretungskräfte einstellen.“ meint der Gymnasiallehrer aus Boizenburg. Gleichzeitig wirft er der Landesregierung vor, nicht konsequent gegen Personalmangel vorzugehen: „Wir stehen im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern. Kein Bundesland hat eine so niedrige Altersgrenze für die Verbeamtung wie M-V. In Berlin wird bis 52 Jahren verbeamtet und wir liegen bei 40 Jahren! Auch alle Nachbarländer haben eine höhere Altersgrenze als M-V. Dazu kommt, dass es trotz gegenteiliger Bekundungen im Koalitionsvertrag bis heute keine Einführung der pauschalen Beihilfe gibt.“ gibt der Studienrat zu bedenken. Insbesondere für Seiteneinsteiger:innen sind beide Fragen von zentraler Bedeutung. Wer nicht in die private Krankenkasse wechseln kann oder will, muss bisher den Beitrag zur gesetzlichen Kasse vollständig bezahlen. Die GEW fordert hier die Übernahme des Arbeitgeberanteils – also eine pauschale Beihilfe - , wie auch bei den Angestellten, um diesen klaren Wettbewerbsnachteil zu beenden.
„Es ist zum Haare raufen. Mit großem Aufwand versuchen wir im Land die Seiteneinsteiger:innen vernünftig auszubilden, so dass sie ein richtiges Zweites Staatsexamen bekommen können. Und dann lassen wir es zu, dass einige sich nur in den Nachbarbundesländern verbeamten lassen können. Das ist mit Blick auf den Personalmangel alles andere als hilfreich.“ stellt Leschinski fest und fordert die Bildungsministerin auf in der Regierung Druck zu machen.
Außerdem fordert die GEW MV, Lehrkräfte von Verwaltungstätigkeiten zu entlasten. "In unserer letzten Belastungsumfrage haben die meisten Lehrkräfte dies als Problem benannt", erklärt Nico Leschinski. Der flächendeckende Einsatz von Verwaltungsfachkräften an den Schulen könnte eine gute Lösung dafür sein.
Ulrike von Malottki erneuert hingegen die Forderung nach dem Ausbau und der Verstetigung der Schulsozialarbeit: "Schulsozialarbeit gehört in ausreichendem Umfang an jede Schule und muss weg von der ESF-Förderung hinein in den Landesdienst!"
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