"Forschen statt Pauken"
(bikl/idw) Wissenschaft zum Anfassen, Ausprobieren und Verstehen. Das bieten in Deutschland über 200 Schülerlabore an Universitäten, Forschungseinrichtungen, Science Centern und Museen.
19.04.2006 ArtikelGetragen durch das Engagement vieler einzelner Akteure ist in den letzten Jahren eine stetig steigende Zahl von Schülerlaboren entstanden, die mittlerweile von über 300.000 Schülerinnen und Schülern jährlich besucht werden. Durch den direkten Kontakt mit Wissenschaftlern werden den Kindern und Jugendlichen Erkenntnisse und Methoden der aktuellen Forschung vermittelt.
"Deutschland vorn"
"Deutschland hat mit seinen Schülerlaboren die Nase vorn" resümiert Dorothee Dähnhardt, Geschäftsführerin von Lernort Labor, "in keinem anderen europäischen Land wird das Lernen in der Schule durch die außerschulischen Angebote so zahlreich und erfolgreich ergänzt".
"Rückwirkungen auf den Unterricht"
"Der Besuch eines Schülerlabors hinterlässt bei vielen Kindern und Jugendlichen beachtliche Spuren in den Köpfen, mit positiven Rückwirkungen auf den schulischen Unterricht", so der Kieler Bildungsforscher Prof. Manfred Euler. Dies belegen am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften durchgeführte Studien. Beispielsweise wird das Interesse von Schülerinnen und Schülern an der im Labor behandelten Naturwissenschaft nachhaltig gefördert. Dabei werden Jungen wie Mädchen auch von physikalischen oder chemischen Schülerlaboren gleichermaßen angesprochen. Das ist durchaus erstaunlich, schließlich gehören beide Disziplinen bei den Schülerinnen nicht gerade zu den beliebtesten Schulfächern.
Ausgezeichnete Schülerlaborprojekte
Am 23. und 24. April treffen sich auf Einladung von Lernort Labor - Zentrum für Beratung und Qualitätsentwicklung (LeLa) über 200 Akteure der Schülerlaborszene Deutschlands zur Tagung "Forschen statt Pauken" im Science Center phæno in Wolfsburg. Gleichzeitig zieht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Schülerlabor-Netzwerk LeLa eine Zwischenbilanz und stellt Ergebnisse der Wirkungsforschung an diesen außerschulischen Lernorten vor. Höhepunkt der Veranstaltung ist die feierliche Übergabe von insgesamt 400.000 Euro Fördergeldern an ausgezeichnete Schülerlaborprojekte.
Derzeit stehen die Labore aber vor besonderen Herausforderungen: der systematischen und effektiven Vernetzung, der qualitativen Weiterentwicklung und insbesondere der langfristigen finanziellen Sicherung. Mit der Tagung soll die Situation der Schülerlabore weiter diskutiert und verbessert werden.
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