Ganztagsschulen und keine Oberstufenreform

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßt, dass die Landesregierung die geplante Reform der gymnasialen Oberstufe auf Eis legt. Zugleich wertet die Gewerkschaft die "Ganztagsoffensive" als ersten Schritt zum Übergang des Schulsystems auf einen Ganztagsbetrieb, der jedoch qualitativ noch nicht zufrieden stellen kann.

15.04.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Trotz aller "Offensive" werden mit dem Programm der Landesregierung nur wenige echte Ganztagsschulen in NRW entstehen, die mit einem pädagogischen Konzept und genügend Personal die Balance zwischen Konzentration und Entspannung beim Lernen halten können", erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber. Er forderte überdies die Landesregierung auf, im Schulgesetz die Gesamtschulen wieder als Ganztagsschulen zu verankern, wie sie es bis 2006 gewesen sind. Meyer-Lauber wörtlich: "Die umfassendsten Erfahrungen mit ganztägigem Schulbetrieb sind in NRW in den 210 Gesamtschulen zu finden, auch wenn die Schulministerin meint, sich von den Leistungen dieser Schulform ständig distanzieren zu müssen."

Die ausbleibende Reform der gymnasialen Oberstufe begrüßte Meyer-Lauber ausdrücklich: "Die Abschaffung der Leistungskurse und die Wiedereinführung von zweistündigen Nebenfächern stieß auf den Widerstand aller Fachleute, das Schulministerium sollte jetzt die Zeit bis 2011 nutzen, um moderne Unterrichts- und Prüfungskonzepte für die Sekundarstufe II gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern zu erarbeiten." Schulministerin Sommer hatte eher beiläufig am Rande der Pressekonferenz zur "Ganztagsoffensive" der Landesregierung das Aufschieben der geplanten Reform auf 2011 mitgeteilt.


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