Prävention

Online-Programm gegen Mobbing an Schulen startet

Das Programm „Gemeinsam Klasse sein“ geht nach einer erfolgreichen anderthalbjährigen Pilotphase in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen nun auch bundesweit an den Start.

04.12.2019 Bundesweit Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
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Mit dem neuen Online-Angebot gegen Mobbing an Schulen setzen die Kooperationspartner - die „Beratungsstelle Gewaltprävention“ der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg und die Techniker Krankenkasse (TK) - ihre erfolgreiche Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt, dem „Anti-Mobbing-Koffer“ von 2008, fort. Die Lehrmaterialien sind nun auf einer digitalen Plattform verfügbar und richten sich an die Jahrgangsstufen fünf bis sieben.

Teilnehmende Schulen können die umfangreichen, kostenfreien Materialien nutzen und damit bis zu fünf Projekttage gestalten. Ziel ist es, Mädchen und Jungen sowie Eltern und Lehrende für die Problematik zu sensibilisieren, um so Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen. Dabei kommen unter anderem Filmclips und Erklärvideos zum Einsatz, die an Hamburger Schulen erstellt wurden. Sie vermitteln die besonderen Merkmale von Mobbing und Cybermobbing und unterstützen Schülerinnen und Schüler dabei, Regeln für ein respektvolles Miteinander zu erarbeiten.

Schulungen für eine optimale Nutzung
Damit die Schulungsunterlagen von den teilnehmenden Bildungseinrichtungen optimal genutzt werden können, müssen die Lehrkräfte im Vorfeld entsprechend geschult werden. Diese Schulungen führen speziell dafür ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Schulbehörden durch, sogenannte Ländermultiplikatoren. Die geschulten Lehrerinnen und Lehrer erhalten dann einen Zugangscode zum Online-Angebot und sind ihrerseits wieder Multiplikatoren innerhalb ihrer Schule. 

Neben den Pilotregionen in Norddeutschland haben diese Möglichkeit seit diesem Schuljahr auch die Bundesländer Berlin, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Saarland und Niedersachsen. In Hessen und Brandenburg sind die Schulungen ab dem kommenden Jahr möglich.

Neuer Schwerpunkt Cybermobbing
Bei dem neuen Angebot gibt es jetzt - neben der schnelleren Verfügbarkeit durch die online abrufbaren Materialien - vor allem inhaltliche Anpassungen. So finden sich in den komplett überarbeiteten und zum Teil auch an unterschiedlichen Leistungsniveaus ausgerichteten Schulungsunterlagen mehr Informationen und Module zum Thema Cybermobbing. Außerdem werden rechtliche Grundlagen und die Rolle von Zuschauerinnen und Zuschauern noch mehr beleuchtet sowie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden im Umgang mit Mobbing vermittelt. 

Dr. Christian Böhm, Leiter Beratungsstelle Gewaltprävention in Hamburg: „'Gemeinsam Klasse sein' setzt auf mehreren Ebenen im System Schule an, um eine Kultur des Hinschauens zu fördern: Auf Klassenebene, Elternebene und Schulebene. Auf Klassenebene arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften daran, dass ein Umfeld entsteht, in dem offen kommuniziert werden kann und Mobbing und Cybermobbing nicht geduldet werden. Die Einbeziehung der Eltern erfolgt durch Flyer, selbst gestaltete Plakate und einen gemeinsamen Elternnachmittag, an dem die Schülerinnen und Schüler in ihrer Expertenrolle die Eltern aufklären und die Projektinhalte präsentieren. Auf Schulebene werden Lehrkräfte qualifiziert und Ansprechpersonen für die Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte benannt, die bei Verdacht auf Mobbing zur Stelle sind.“

Weitere Informationen für interessierte Schulen gibt es hier


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