Selbstermächtigung

„Gemeinsam Klasse sein" - Präventionsprojekt zu (Cyber)Mobbing

„Gemeinsam Klasse sein" ist ein Projekt gegen Mobbing und Cybermobbing und unterstützt Schulen in NRW dabei, gezielt und präventiv gegen Mobbing und Cybermobbing vorzugehen. Der Kern ist eine Online-Plattform, die Lehrkräften umfangreiche Materialien wie Leitfäden, Filme, Arbeitsblätter und Übungen zur Verfügung stellt.

26.06.2024 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
  • © Adobe Stock

Sie vermitteln die besonderen Merkmale von Mobbing und Cybermobbing und unterstützen Schülerinnen und Schüler dabei, Regeln für ein respektvolles Miteinander zu erarbeiten. Das Projekt bietet Material für fünf Projekttage an. Alle benötigten Unterlagen (Arbeitsblätter, Film, etc.) sind über das Portal abrufbar. Die Wirksamkeit des Mobbingpräventionsprogramms wurde im Schuljahr 2022/23 im Rahmen einer bundesweiten Evaluation belegt.

Gemeinsam arbeiten die Lehrkräfte mit der Klasse an den Themen:

  • Was ist Mobbing und was schützt davor?
  • Wie können wir uns gegenseitig helfen?
  • Was ist das Besondere an Cybermobbing?
  • Was ist wichtig für den Umgang miteinander in unserer Klasse?

Das Projekt richtet sich vorrangig an Klassenleitungen der 5. Klassen, kann aber auch bis zur 7. Klasse individuell eingesetzt werden.

Ziele des Programms:

  • Schüler*innen (sowie Lehrkräfte und Eltern) zum Thema Mobbing/Cybermobbing zu informieren und zu sensibilisieren,
  • Schüler*innen zu befähigen und zu motivieren, sich aktiv gegen Mobbing/Cybermobbing einzusetzen,
  • die Klassengemeinschaft zu stärken,
  • Mobbingprävention (und -intervention) im Schulsystem nachhaltig zu verankern.

Hintergrund

Das Präventionsprogramm „Gemeinsam Klasse sein“ ist ein primärpräventives und evaluiertes Konzept (Grüne Liste Prävention) zur Mobbingprävention. Hervorgegangen ist das Projekt aus dem Anti-Mobbing-Koffer, den die Techniker Krankenkasse (TK) bereits 2008 entwickelt und bundesweit in Kooperation mit Kultusministerien für Schulen bereitgestellt hat.

Umsetzung in Nordrhein-Westfalen

Nachdem das Projekt seit dem Schuljahr 2019/2020 in allen anderen Bundesländern angeboten wird, steht es nun seit 2022 auch den Schulen in NRW zur Verfügung. Im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung erfolgt die Umsetzung als ein Kooperationsprojekt mit der Techniker Krankenkasse durch die Landespräventionsstelle gegen Gewalt und Cybergewalt an Schulen in NRW (LPS). Die LPS koordiniert und multipliziert das Präventionsprojekts, um Mobbing an weiterführenden Schulen in NRW aktiv entgegen zu wirken.

Fortbildungen

Damit das Programm an die Schulen multipliziert werden kann, veranstaltet die LPS mindestens einmal jährlich eine eintägige Schulung auf Landesebene. In allen Bezirksregierungen von NRW sind im Juni 2024 über 160 Ansprechpersonen im Land (Landesmultiplikator*innen) ausgebildet. Diese informieren nach ihrer Ausbildung die Schulen über das Angebot und führen die Fortbildungen mit den Lehrkräften durch (zwei Ansprechpersonen pro Schule), die anschließend die Lehrkräfte der Orientierungsstufe zu diesem Programm schulen.

Aktuell sind 139 weiterführende Schulen in NRW für die Durchführung des Projekts "Gemeinsam Klasse sein" zertifiziert. Die hohe Nachfrage nach dem Projekt macht den Bedarf deutlich.

Wir, die Mitarbeiterinnen der LPS freuen uns, gemeinsam mit dem Ministerium für Schule und Bildung NRW und der Techniker Krankenkasse die Schulen darin zu stärken, gegen Mobbing vorzugehen. Wir hoffen, dass möglichst viele Schulen diese Chance nutzen und die zur Verfügung stehenden Materialien einsetzen werden. Denn Sensibilisierung, Aufklärung und Prävention sind der richtige Weg, um die Klassengemeinschaft zu stärken und Mobbing/ Cybermobbing gar nicht erst entstehen lassen.

Wie können sich Schulen für das Präventionsprogramm anmelden?

Schulen, die "Gemeinsam Klasse sein" ab dem kommenden Schuljahr nutzen wollen, können sich unter www.gemeinsam-klasse-sein.de über das Projekt informieren. Zudem bietet die „Information für Schulen“ auf der Seite der LPS eine erste Orientierung. Natürlich können Schulen auch mit der regionalen Schulpsychologie oder mit der LPS Kontakt aufnehmen.


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