Gemeinschaftsschule für Horstmar und Schöppingen!
"In Horstmar und Schöppingen wird die Schulstrukturfrage unideologisch, pragmatisch, am Elternwillen orientiert und zukunftsorientiert angepackt", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Der VBE fordert die Schulministerin auf, den Antrag der beiden Kommunen zu bewilligen."
17.09.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDie Hauptschule wird von den Eltern zunehmend weniger nachgefragt, die ortsansässige Wirtschaft verlangt höherwertige Bildungsabschlüsse.
In Horstmar und Schöppingen weiß man, dass ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot vor Ort ein Standortfaktor ist. Die Bürgermeister machen immer wieder deutlich, dass sie dieses mit einer Zusammenlegung zweier Hauptschulen nicht schaffen können.
"Das sind Fakten, die eine Landesregierung nicht einfach ignorieren kann, wenn sie nicht völlig an den Bedürfnissen der Schulträger vorbei handeln will", so Beckmann weiter. "Wer ohne Ansicht der Situation vor Ort mit aller Macht an Strukturen festhält, die schon mittelfristig nicht mehr funktionieren werden, verhält sich in Schulstrukturfragen nicht zukunftsorientiert. Das hat auch der FDP-Kreisverband Steinfurt erkannt, der den Antrag unterstützt. Dessen Aufforderung, ´die Schulsituation ohne ideologische Scheuklappen zu untersuchen´, kann der VBE sich nur anschließen."
Der Antrag der beiden Kommunen basiert auf gesicherten Daten, Zahlen und Fakten. Die Eltern haben sich mit großer Mehrheit für den Schulversuch ausgesprochen. Dass zwei Kommunen sich zusammentun und weder Kirchturmspolitik noch "Schulkannibalismus" betreiben, verdient die Unterstützung des Landes. Es ist angesichts sinkender Schülerzahlen der richtige Schritt in Richtung "regionale Schulentwicklungsplanung." Aus Sicht des VBE gibt es keine sachorientierte Begründung für eine Ablehnung dieses Schulversuchs.
"Wenn die Schulministerin diesen Antrag ablehnt, werden wir uns fragen müssen, wovor die Landesregierung eigentlich Angst hat", so Beckmann weiter. "Sollte es etwa die Angst davor sein, dass dieser Versuch erfolgreich werden könnte und alle künstlich aufgebauten Vorurteile widerlegt?"
In Schleswig-Holstein ist die Gemeinschaftsschule unter einer Großen Koalition mit CDU-Mehrheit als Regelschule ins neue Schulgesetz aufgenommen worden. Sie entsteht auf Antrag der Schulträger und wird auch von CDU-geführten Kommunen intensiv nachgefragt. In Sachsen können unter einer Großen Koalition mit CDU-Mehrheit Gemeinschaftsschulen als Schulversuch beantragt werden. Diese Möglichkeit wird auch von CDU-geführten Kommunen in Anspruch genommen. Auch in NRW wollen die Kommunen mehr Gestaltungsspielraum in Schulstrukturfragen, als das Schulgesetz ihnen zugesteht.
"Ein Blick über den Tellerrand würde hier nicht schaden", so Beckmann weiter. "Es ist kaum anzunehmen, dass die CDU in Sachsen oder Schleswig-Holstein ´sozialistische Schulfabriken will´."
Der VBE fordert die Schulministerin auf, dem Antrag der Kommunen Horstmar und Schöppingen zuzustimmen und ihnen damit die Möglichkeit zu geben, ein qualitativ hochwertiges Schulangebot vor Ort zu schaffen.
"Beweisen Sie Souveränität, Frau Sommer", so Beckmann abschließend. "Handeln Sie im Interesse der Kommunen. Lassen Sie sich nicht von parteipolitischen Egoismen lenken. Handeln Sie vielmehr nach dem Motto der Finnen: Gute Bildungspolitik ist keine Parteipolitik."
Keine Kommentare vorhanden