Bayern

Gemeinschaftsschule – in zwei Schritten zur Gesamtschule!

"Wir haben uns mit den unterschiedlichen Modellen der Gemeinschaftsschule über die Ländergrenzen hinweg intensiv beschäftig – kein Modell kann nur annähernd überzeugen oder erreicht nur im Entferntesten den Standard des differenzierten Schulwesens in Bayern. Deshalb warnen wir die Eltern in Bayern, sich auf die leeren Versprechen der Gemeinschaftsschul-Befürworter einzulassen." Mit dieser Feststellung reagiert Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv) und Stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR), auf die immer wiederkehrende Forderung nach Einführung der Gemeinschaftsschule in Bayern.

21.11.2012 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Die Gemeinschaftsschule ist lediglich eine Vorstufe und führt letztendlich zur Gesamtschule, selbst wenn man jetzt von einem Zwei-Säulen-Modell mit Gymnasium und Gemeinschaftsschule spricht. Die Protagonisten der Gemeinschaftsschule schaffen im ersten Schritt Hauptschule und Realschule ab, im zweiten Schritt folgt dann auch noch das Gymnasium. Das lässt sich in Schleswig-Holstein und in Baden-Württemberg aktuell beobachten.

Die Gemeinschaftsschule erfüllt keines der Versprechen:

  • Sie entmündigt die Eltern, weil diesen die Wahl zwischen unterschiedlichen Schularten genommen wird. In der Gemeinschaftsschule wird entweder strikt eingeteilt, ohne Elternmitwirkungsrecht, oder auf eine Differenzierung völlig verzichtet.
  • Sie unterbindet in der extremsten Form die Differenzierung nach Leistung und auch nach Neigung. Dann sitzen Schüler mit erheblichem sonderpädagogischen Förderbedarf neben hochbegabten Kindern und man behauptet, dass über die Binnendifferenzierung eine Förderung möglich sei, die allen gerecht werden könnte. Betroffene Lehrkräfte halten diese Einheitsbeschulung für unverantwortlich, weil man nur mehr eine Betreuung leisten kann, aber keinesfalls mehr. Damit verliert Schule ihre Kernaufgabe!

Huber dazu: "Die Schulbildung verkommt an der Gemeinschaftsschule zur Betreuung in einem Schulgebäude. Schulqualität ist in diesen Betreuungsanstalten nicht mehr zu erkennen. Deshalb kann man vor diesen Experimenten nur warnen, wenn man die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen noch ernst nimmt."

www.brlv.de

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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