Gesamtlandeselternvertretung für Reform der Lernmittelbeschaffung an Schulen

Familienfreundliche Politik sollte sich auch im Geldbeutel der Eltern bemerkbar machen. Deshalb fordert die Gesamtlandeselternvertretung (GLEV) des Saarlandes die schrittweise Einführung von Lernmittelfreiheit im Land. Der aktuelle politische Kurs hält die GLEV für unverantwortlich, da dieser die Bildungsbenachteiligung verschärft.

04.08.2007 Saarland Pressemeldung Gesamt Landes Elternvertretung des Saarlandes (GLEV)

"Es darf nicht sein, dass junge Eltern für Schulliteratur immer stärker zur Kasse gebeten werden, und im Gegenzug die die Schulbuchverlage immer größere Gewinne einfahren. Die Anschaffung unterschiedlicher Schulbücher sollte zukünftig entfallen und dafür durch ein Schulbuch für alle Hauptfächer und jeweils eine Klassenstufe ersetzt werden. Der Zeitpunkt zur Weichenstellung wäre derzeit ideal. Die Politik sollte dies einmal zum Wahlkampfthema machen", fordert Jörg Dammann, Vorsitzender der GLEV im Saarland.

Unlängst hatte die Landesregierung die Einführung ein solches, auf das jeweilige Schuljahr bezogenes Buch, für alle Hauptfächer an den saarländischen Grundschulen in Aussicht gestellt. Die GLEV kritisiert, dass außer Worthülsen bis heute jedoch noch nichts passiert sei.

Mit Erstaunen nehmen die Eltern nun zur Kenntnis, dass die verantwortlichen Saarpolitiker einer Anregung von Bundesbildungsministerin Dr. Scharvan, ein solches Schulbuch sogar bundesweit einzuführen, sehr kritisch gegenüber stehen.

Die Einführung einheitlicher Schulliteratur und Reduzierung auf nur ein Schulbuch bedeutet:

  • Gewichtsreduzierung der Schulranzen, gerade bei den Grundschülern
  • Senkung bzw. Wegfall der Anschaffungskosten mehrerer unterschiedlicher Schulliteratur
  • Bessere Vergleichmöglichkeiten der Saarschulen bei der Lernstoffvermittlung untereinander
  • Überschaubare Bildungsqualität zwischen den einzelnen Bundesländern

"Besonders finanzschwache Familien würden von der Lernmittelbefreiung profitieren. Bildung sollte gebührenfrei sein. Eine Kostenbefreiung ermögliche auch Kindern aus ärmeren Elternhäusern den Besuch von weiterführenden Schulen. Ein gebührenfreies Bildungsangebot ist nach wie vor die wesentliche Voraussetzung für Chancengleichheit im Land. Das beginnt bei schulischen Wahlkursen über Schwimmunterricht bis hin zum Hochschulstudium", sagt Dammann.

Bisher hieß es, wer nicht zahlt, kann auch nicht teilnehmen. Aber auch das Klassenklima wird negativ beeinflusst, denn schon innerhalb der Schülerschaft wird soziale Spaltung betrieben. Deshalb spricht sich die GLEV für eine generelle Kostenbefreiung der Eltern für Lernmittel aus.

Mehr Infos: www.elternvertretung-glevsaar.de oder www.lpm.uni-sb.de/eltern


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