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GEW Bayern zum Bildungskonzept der CDU

"Es ist kaum zu fassen, dass die CSU entgegen den Plänen der CDU und wider besseres Wissen noch immer an der Hauptschule festhalten will. Offensichtlich haben drei mit viel Aufwand erarbeitete und mit viel Show in Szene gesetzte, aber gescheiterte Rettungsversuche kein Umdenken in der staatstragenden Partei bewirken können", kommentiert Gele Neubäcker, GEW-Vorsitzende in Bayern, die Reaktion des Kultusministers auf das Bildungskonzept der CDU.

28.06.2011 Pressemeldung GEW Bayern

Bereits in den 90-er-Jahren des letzten Jahrhunderts wollte die damalige Kultusministerin die Schulart durch die Einführung von M-Klassen ("Mittlere-Reife-Klassen") aufwerten und erreichen, dass über 40 % eines Altersjahrgangs die Hauptschule besuchen. Vergeblich - die Realschule blieb die attraktivere Schulart. Auch der Versuch des folgenden Kultusministers, die Hauptschule durch seine "Hauptschulinitiative", beginnend mit einem fulminanten Spektakel in Ingolstadt, zu retten, verlief im Sand. Und die aktuellen Bemühungen, die Hauptschule mit dem neuen Namen "Mittelschule" positiv zu besetzen, zeigen so gut wie keine Wirkung.

Neubäcker: "Das CDU-Bildungskonzept enthält Elemente, die auch wir in der GEW begrüßen z. B. die Festschreibung der Kindergärten als Bildungseinrichtungen und die höhere Qualifizierung von ErzieherInnen, ebenso die intensivere Kooperation von Kindertagesstätten und Grundschulen. Besonders stimmen wir der Absicht zu, der Ausbildung von LehrerInnen an den Universitäten einen höheren Stellenwert zukommen zu lassen. Wir gehen davon aus, dass den AutorInnen des Konzepts bekannt ist, dass dies alles nicht zum Nulltarif zu haben ist, sondern erhebliche finanzielle Investitionen erfordert.

Die Zusammenfassung von Hauptschulen und Realschulen zu Oberschulen allerdings löst die Probleme der Schulen nicht und trägt allenfalls marginal zum Abbau sozialer Benachteiligungen bei. Solange das Gymnasium unangetastet bleibt, wird es immer eine Hierarchie der Schulformen geben, mit dem Gymnasium an der Spitze. Und es wird weiterhin eine Auslese von neun- bis zehnjährigen Kindern geben, wie die Bundesländer, die keine Hauptschule mehr haben, oder nie eine hatten, belegen. Deshalb halten wir an unserer Forderung nach einer gemeinsamen Schulzeit für alle Kinder bis zum ersten Bildungsabschluss fest. Eine solche Schule muss so ausgestattet werden, dass sie sich auf alle Kinder einstellen und diese fördern kann, unabhängig von ihrer sozialen oder nationalen Herkunft, ihrer Religion, ihren besonderen Besonderheiten und Stärken".

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