GEW BERLIN macht Vorschläge für die Umsetzung des SPD-Landesparteitagsbeschlusses für "Eine Schule für alle"
Die GEW Berlin begrüßt den Beschluss des Landesparteitages der SPD zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder und Jugendlichen bis zur 10. Klasse. Die SPD greift damit ihre traditionelle Forderung nach einem demokratischen Schulwesen mit gleichen Chancen für alle auf. Sie orientiert sich dabei nicht etwa an der vergangenen DDR, sondern an den pädagogischen und schulpolitischen Standards der europäischen Nachbarländer. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass die SPD Eltern und Lehrkräfte in eine langfristige Diskussions- und Vorbereitungsphase einbeziehen will. Die GEW bietet ihre Unterstützung an und wird der SPD Vorschläge zur Umsetzung unterbreiten.
11.04.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinUlrich Thoene, der Vorsitzende der GEW BERLIN: "Das Reformvorhaben "Eine Schule für alle" ist seit langem Forderung der GEW in Berlin und bundesweit. Diese Forderung wird gestützt durch die Resultate aus PISA und durch andere Studien. Nur wenn Kinder und Jugendliche nicht von einer Schule in die andere abgeschoben werden können, wird individuelle Förderung für alle in den Mittelpunkt der schulischen Arbeit rücken. Das ist die Qualität, die wir uns wünschen."
Pilotprojekte für eine Schule für alle Kinder und Jugendliche könnten schon kurzfristiger in den Innenstadtbezirken entstehen. Hier befinden sich schon jetzt Schulen verschiedener Schularten auf benachbarten Grundstücken, die dann zusammengefasst werden könnten. Nach dem neuen Schulgesetz § 17 (2) kann "...eine Schulart mit einer anderen organisatorisch und pädagogisch verbunden werden."
Diese Pilotprojekte müssten durch Zuweisung von Personalmitteln für Planung und Entwicklung und für kleinere Klassen unterstützt werden. Die Erfahrungen erfolgreicher Gesamtschulen könnten in den Prozess mit einfließen. Die Pilotprojekte könnten Schulentwicklung und Schulprogrammarbeit anderer Schulen anregen und fördern.
Die GEW BERLIN betont, dass die Neueinstellung junger Lehrkräfte in großem Umfang angesichts der Altersstruktur der Berliner Lehrerschaft gerade für ein so anspruchsvolles Vorhaben unabdingbar ist.
Dazu Ulrich Thoene: "Gerade eine langfristige Reformstrategie braucht Untermauerung durch eine ebenso langfristige Personalentwicklung und Einstellungspolitik unter Einbeziehung junger Kräfte. Schulische Qualität ist kein Sparmodell."
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