GEW-Bildungstag: Wer erfolgreiche Reformen will, muss Lehrkräfte unterstützen
"Die Lehrerschaft wird mit immer neuen Konzepten und Programmen zu sehr unter Druck gesetzt. Überzeugende Hilfen dagegen fehlen. Wer erfolgreiche Bildungsreformen will, muss die Lehrerinnen und Lehrer unterstützen, indem er ihre innovative Handlungskompetenz stärkt", sagte der Schulreformer Dr. Heinz Klippert auf dem Bildungstag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft am Sonnabend, den 3. März 2007 in Rendsburg. Vor 300 Pädagoginnen und Pädagogen zeigte Klippert auf, wie Lernförderung und Lehrerentlastung auf einen Nenner gebracht werden können. "An die Stelle der traditionellen Lehrerzentrierung müssen Rituale im Bereich der Lernmoderation und Lernorganisation treten. Lehrer müssen weniger und Schüler mehr arbeiten."
05.03.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinDer GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn griff diese Argumentation auf, indem er für bessere Rahmenbedingungen an den Schulen in Schleswig-Holstein plädierte: "Wir brauchen eine Fortbildungsoffensive, um dem neuen Schulgesetz – trotz seiner Mängel - zum Erfolg zu verhelfen. Unter dem Motto "Fünf Tage für mehr Bildungsqualität" sollte sich jede Lehrerin und jeder Lehrer in den kommenden drei Jahren fortbilden, und zwar während der Unterrichtszeit und auf Kosten des Landes."
Der GEW-Landesvorsitzende rechnete auch gleich den Stellenbedarf vor, der mit diesem wichtigen Impuls für bessere Bildung verbunden ist: "Wenn sich alle Lehrkräfte fünf Tage in der Unterrichtszeit fortbilden sollen, ohne dass dafür Unterricht ausfällt, sind dafür rund 200 Lehrerstellen pro Jahr in den kommenden drei Schuljahren notwendig."
Um den Fortbildungsbedarf zu erläutern, verwies Matthias Heidn auf die Liste der neuen Herausforderungen, vor denen die Lehrerinnen und Lehrer stehen. Als Beispiele nannte er: Stärkere individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler, Einführung von Regional- und Gemeinschaftsschulen, das Unterrichten heterogener Schülergruppen, die vorschulische Sprachförderung und die Einführung der Profiloberstufe.
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