GEW: "Bund und Länder müssen präzise und verbindlich zusagen, wie die Zahl der Schulabbrecher halbiert werden soll!"

Von Bund und Ländern hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf den morgigen Bildungsgipfel präzisere und verbindlichere Vereinbarungen verlangt, wie sie die Zahl der Schulabbrecher halbieren wollen. "Bereits im Rahmen der Lissabon-Strategie aus dem Jahr 2000 hat sich Deutschland verpflichtet, die Zahl der Schulabbrecher bis 2010 um 50 Prozent zu senken. Trotzdem verlassen seit diesem Zeitpunkt Jahr für Jahr konstant mehr als 70.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) morgen die simple Neuauflage der Lissaboner Lippenbekenntnisse als gipfelwürdig verkaufen will, ist das eine Bankrotterklärung", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Dienstag in Frankfurt a.M..

21.10.2008 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

"Die Abbrecher von morgen sitzen bereits heute in den Schulklassen. Wir brauchen deshalb schnell für jedes Bundesland konkrete Zielvorgaben. Alle Länder müssen offen legen, mit welchen zusätzlichen Maßnahmen sie gefährdete Jugendliche fördern werden. Das wird ohne einen erheblichen Ausbau der individuellen Hilfen für diese Schülerinnen und Schüler kaum gelingen", unterstrich Thöne. Eine unabhängige Stelle müsse den Erfolg dieser Maßnahmen prüfen und jährlich einen Länderreport vorlegen. Es sei grotesk, dass sich viele Bundesländer bisher nicht auf konkrete Ziele festlegen lassen wollen, sondern nur eine Zahl im Bundesdurchschnitt akzeptieren. "Erst wenn jeder Ministerpräsident und jeder Kultusminister für die Zahl der Schulabbrecher in seinem Land Rechenschaft ablegen muss, entstehen konkrete Verantwortung und konkreter Handlungsdruck. Was Bund und Länder bisher planen, ist dagegen eher ein ´Gipfel der Unverbindlichkeit´", betonte der GEW-Vorsitzende.


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