GEW fordert: Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit in KITA und Schule!
Die GEW erwartet von der Landesregierung deutliche Initiativen zur Förderung der Migrantenkinder in den Kindertagesstätten und Schulen in NRW. Studien wie PISA und IGLU belegen, dass diese Kinder und Jugendlichen die Verlierer in unserem Bildungssystem sind. Deshalb muss nach Auffassung der GEW ihre Förderung bildungspolitische Priorität haben.
02.04.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen"Andere Länder, wie Schweden machen vor, dass auch die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem erfolgreich gefördert werden können. Die politisch Verantwortlichen in NRW müssen unsere Bildungseinrichtungen in die selbe Lage versetzen", erklärte Norbert Müller, stellvertretender Vorsitzender der GEW NRW, heute in Düsseldorf vor ca. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern anlässlich einer ersten gemeinsamen Fachtagung der GEW NRW mit dem Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft.
Für die GEW käme es konkret darauf an, so Gewerkschaftsvize Müller, dass Sprachförderkonzepte systematisch vom Elementarbereich an eingesetzt würden. Der muttersprachliche Unterricht im Schulbereich dürfe nicht abgebaut, sondern müsse erweitert werden. Lehrerinnen und Lehrer in Deutsch als Zweitsprache müssten dringend aus- und fortgebildet werden. Die individuellen Förderung der Kinder und Jugendlichen müsse konsequent umgesetzt werden.
Die Bildungsgewerkschaft sieht sich in ihren Forderungen durch den Inspektor der UN-Menschenrechtskommission, Vernor Munoz, bestätigt, der in der systematischen Benachteiligung von Migrantenkindern in den Bildungseinrichtungen einen Verstoß gegen die Menschenrechte sieht. "Diese Situation ist nicht länger hinnehmbar", mahnte Müller die Landesregierung.
Auch Prof. Dr. Klaus Klemm, emeritierter Erziehungswissenschaftlicher aus Essen, appellierte an die Landesregierung, den akuten Handlungsbedarf endlich anzuerkennen und die notwendigen Förderressourcen zur Verfügung zu stellen. Prof. Dr. Ingrid Gogolin, Universität Hamburg, schlug konkret vor: "Sprachbildung muss in jedem Unterricht stattfinden, und Kinder mit Migrationshintergrund sollten möglichst in ihren beiden Lebenssprachen auch Lesen und Schreiben lernen." Dann sei Mehrsprachigkeit ein Reichtum.
Näheres: www.gew-nrw.de
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