GEW fordert kräftigen Investitionsschub für die Schulen
Zum Auftakt des neuen Schuljahres fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einen "Stufenplan" zur Verbesserung des Unterrichts an den 6.800 Schulen in NRW. Mit Hilfe eines Investitionsprogramms soll die Zahl der Schüler in den Klassen jährlich gesenkt und zusätzliche Personalstellen für innovative Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie für die Entlastung der Schulleitungen mobilisiert werden. Die Gewerkschaft verlangt außerdem die Pflichtstunden für alle Lehrkräfte um eine Stunde zu verringern.
07.08.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenGEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber erklärte heute in Essen: "Die Landesregierung muss mit einem kräftigen Investitionsschub die Situation der Schulen im Land verbessern." Dies sei mit den derzeit günstigen Steuereinnahmen und den Erträgen aus der demografischen Entwicklung gut finanzierbar.
Konkret forderte der GEW-Vorsitzende die jährliche Absenkung der maximalen Klassengröße bei der Bildung von Eingangsklassen in den Jahrgängen eins, fünf und elf um jeweils einen Schüler auf insgesamt höchstens 25 Schüler. Dieses Ziel soll 2013 erreicht werden. Meyer-Lauber: "Wir haben an unseren Schulen noch immer die unvorstellbare Zahl von 7000 Klassen mit mehr als 30 Schülern. Die CDU muss ihr Wahlversprechen "kleinere Klassen" von 2005 endlich einlösen."
Um die Bedingungen der pädagogischen Unterrichtsentwicklung an den Schulen, die künftig "eigenverantwortlich" den Schulbetrieb gestalten wollen, zu verbessern, fordert die GEW zusätzliche eine halbe Lehrerstelle. "Wir müssen die Kollegien, die neue Wege in der Schul- und Unterrichtsentwicklung beschreiten wollen, spürbar entlasten", unterstreicht Meyer-Lauber seine Forderung. Dazu gehöre insbesondere auch ein Programm zum Ausbau der Leitungszeit von Schulleitungen. "Das Leitungspersonal muss sich auf seine Führungs- und Koordinierungsaufgaben konzentrieren," weiß der GEW-Chef, "sonst bleibt der schulische Innovationsprozess auf halber Strecke stecken."
Eine besondere politische Herausforderung für die Landesregierung sei sicherlich die Reduzierung der Lehrerwochenstunden um eine Stunde. Zur Konsolidierung des Haushalts war die Arbeitszeit der Lehrer 2004 um eine Pflichtstunde erhöht worden, befristet bis 2008. "Wir brauchen diese Stunde weniger, um die insgesamt gestiegene Arbeitsbelastung für die Kolleginnen und Kollegen zu kompensieren," erklärte Meyer-Lauber abschließend.
www.gew-nrw.de/presseinfos/Presse200840.cfm
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