GEW fordert weitere Maßnahmen für eine gute Unterrichtsversorgung
In Deutschland sind Lehrkräfte Mangelware. Auch in Rheinland-Pfalz wird diese vorhersehbare Entwicklung immer deutlicher.
20.12.2018 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzInsbesondere an Grund- und Förderschulen können in vielen Fällen Plan- und Vertretungsstellen nicht durch für die jeweilige Schulart qualifizierte Lehrkräfte besetzt werden. An Berufsbildenden Schulen stellt sich das Problem entsprechend fachbezogen.
Immerhin ist es in diesem Schuljahr vor allem im Grundschulbereich gelungen, die zur Verfügung gestellten Planstellen zu besetzen. An Förderschulen und Berufsbildenden Schulen ist das so jedoch nicht der Fall. „Die Realität an den Schulen ist leider etwas angespannter, als vom Bildungsministerium dargestellt“, so Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz. „Die Not ist an einigen Schulen groß. Es ist oft schwierig den Anforderungen eines geordneten Schulalltags gerecht zu werden, weil ausgebildete Lehrkräfte mit ihrem Fach- und Erfahrungswissen fehlen.“
Die GEW Rheinland-Pfalz begrüßt, dass das Bildungsministerium einige von ihr geforderte Maßnahmen zur Behebung des Fachkräftemangels aufgegriffen hat. So wurde ein schnelleres Einstellungsverfahren umgesetzt und die Wechselprüfung für beispielsweise das Grundschullehramt attraktiver und praktikabler gestaltet. Ein Schritt in die richtige Richtung. Um dem Lehrkräftemangel weiter entgegen zu wirken, bedarf es jedoch weiterer Maßnahmen, insbesondere bei der Entlastung von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften. Die GEW fordert für das Lehramt an Grundschulen die Einrichtung zusätzlicher Studienangebote sowie die Abschaffung des Numerus clausus. Darüber hinaus müssen mehr Möglichkeiten geschaffen werden, um im Lehramtsstudium nach dem 4. Semester ins Grundschul- sowie Förderschullehramt zu wechseln. Auch dazu reichen die Studienplätze nicht aus.
Hammer: „Der Beruf der Lehrerin bzw. des Lehrers muss deutlich attraktiver werden. Aufgrund der zugenommenen Arbeitsbelastung schlagen wir insbesondere die Senkung der Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte, eine Obergrenze von 20 Schülerinnen bzw. Schülern je Lerngruppe, die flächendeckende Einführung von Schulsozialarbeit sowie eine deutliche Erhöhung der Altersermäßigung, damit Lehrkräfte nicht vorzeitig aus dem Dienst scheiden, vor.
In diesem Zusammenhang kritisiert die GEW den weiteren Abbau von Planstellen an Realschulen plus sowie an Gymnasien. Hier wird einerseits eine große Chance zur Verbesserung der Bedingungen vor Ort vertan und andererseits einer schlechten Einstellungsperspektive an Realschulen plus- als auch für Gymnasiallehrkräfte Vorschub geleistet.“
Die Anpassung der Besoldungssteigerungen der rheinland-pfälzischen Beamtinnen und Beamten an die Tarifentwicklung ist gut und überfällig. Die GEW Rheinland-Pfalz erwartet nun als nächsten Schritt die Gleichstellung aller Lehrämter, verbunden mit einer einheitlichen Regelstudiendauer von zehn Semestern und Studienabschluss Master sowie der Anhebung der Eingangsbesoldung auf A 13.
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