GEW kritisiert Umsetzung des Inklusionsprozesses
Trotz beachtlicher Anstrengungen und vielfältiger Maßnahmen, die Schulministerin Löhrmann heute zum Stand der Umsetzung des Inklusionsprozesses mit einer Reihe von Daten vorgelegt hat, bleibt die GEW bei ihrer Kritik: Ressourcen und Rahmenbedingungen zur Umsetzung dieser Herkulesaufgabe sind nicht geklärt. Nach wie vor fehlt ein landesweiter Inklusionsplan für diesen grundlegenden Transformationsprozess an den Schulen in NRW.
22.01.2013 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen"Immer noch bleibt offen, wie die Steuerung der dringend zusätzlich benötigten Lehrerstellen erfolgen soll", kritisierte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer in einer ersten Reaktion auf die Aussagen Löhrmanns auf der Landespressekonferenz. "Die Rückmeldungen aus den Schulen zeigen deutlich, dass der Anstieg der Integrationsquoten an vielen Stellen durch eine Überlastung der Lehrerinnen und Lehrer erkauft ist."
Die heute als Besonderheit vorgestellte Öffnungsklausel für die Kommunen, im Ausnahmefall Inklusion vorzuenthalten, wenn die Rahmenbedingungen vor Ort nicht erfüllt seien, finde sich bereits im Referentenentwurf vom September 2012. Schäfer wörtlich: "Das ist Augenwischerei! Aus unserer Sicht sind die meisten Schulen für die Inklusion weder sächlich noch personell ausgestattet."
"Sorgfalt vor Schnelligkeit, dieser Linie der Ministerin wollen wir folgen", so Schäfer, aber die Praxis sehe anders aus: "Vorgabe des Ministeriums an die Schulaufsicht ist aber, Inklusion immer da zu ermöglichen, wo sie von den Eltern gewünscht wird."
Der Verweis auf die vielen integrativen Lerngruppen an den neu gegründeten Sekundar- und Gesamtschulen könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass für die Zukunft weder die Klassengrößen noch die Zahl der zusätzlichen Lehrerstellen rechtlich verbindlich geklärt sind. An den Grundschulen werde schon jetzt häufig kein sonderpädagogischer Förderbedarf bei den Schülern mehr festgestellt, so dass hier die Förderung durch Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen fehle.
Die Maßnahmen zur Ausbildung zusätzlicher Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen werden von der GEW begrüßt, entfalten aber erst in einigen Jahren ihre Wirkung. Derzeit reiche die Zahl der ausgebildeten Lehrkräfte bei weitem nicht aus, um eine notwendige Doppelbesetzung mit Lehrkräften in den integrativen Lerngruppen der allgemeinen Schulen umzusetzen.
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