Weltlehrertag

GEW kündigt anlässlich des Weltlehrertages Veröffentlichung eigener Umfrage an

Seit mehr als zwei Jahrzehnten findet am 5. Oktober der Welttag der Lehrerin und des Lehrers statt. Aus diesem Anlass erinnert die GEW Sachsen-Anhalt einmal mehr an die hohe Belastung von Lehrkräften und Pädagogischen Mitarbeiterinnen. Die steigende Zahl der Langzeiterkrankungen ist besorgniserregend, die Verwunderung der Schulbehörden über diesen Anstieg hingegen nicht nachzuvollziehen.

02.10.2015 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Die vielerorts viel zu dünne Personaldecke und ein zunehmend schwierigeres Arbeitsumfeld stellen nach Auffassung der GEW Hauptgründe für die schulformübergreifende Zunahme bei den langzeiterkrankten Lehrkräften dar. Die steigenden Anforderungen auf der einen und die ständig sinkende Zahl von Pädagogen auf der anderen Seite führen dazu, dass die Qualität der Bildung und die Gesundheit der Pädagogen zunehmend auf der Strecke bleiben.

Thomas Lippmann, Landesvorsitzender der GEW Sachsen-Anhalt, erklärt dazu: "Seit Jahren wird das System Schule immer mehr beschnitten und auf Verschleiß gefahren. Ohne die frühzeitigen Hinweise auf erkennbare Fehlentwicklungen beim Personaleinsatz jemals ernst zu nehmen, wird bis heute den Vorgaben aus dem Finanzministerium zum Personalabbau blind gefolgt."

Inzwischen läge der durchschnittliche Unterrichtsausfall durch Krankheit von Lehrkräften schon bei fast sieben Prozent, jede vierzigste Lehrkraft sei inzwischen langzeiterkrankt (länger als sechs Wochen). Beide Quoten stiegen seit Jahren kontinuierlich an, eine Umkehr des Trends sei nicht abzusehen. Niemand könne also in den Schulbehörden überrascht sein. Auch taugten die Langzeiterkrankten als Begründung für die Probleme bei der Unterrichtsversorgung ebenso wenig, wie die Zahl der Migranten, die jetzt zu uns kommen.

"Der Lehrermangel ist hausgemacht und schon vor Jahren entstanden. Dass er uns jetzt so heftig trifft, kann nicht Schülern und Pädagogen vorgeworfen werden. Die Verantwortlichen dafür sitzen im Finanzministerium, in den Schulbehörden und den Regierungsfraktionen", so Lippmann.

Das selbst gesteckte Ziel einer Unterrichtsversorgung von 103% an jeder Schule sei im neuen Schuljahr auf jeden Fall weit verfehlt worden. Die GEW versuche schon seit dem Schuljahresbeginn, ehrliche Zahlen zur tatsächlichen Unterrichtsversorgung an den einzelnen Schulen zu bekommen. Leider stoße man dabei aber auf eine "Mauer des Schweigens".

Deshalb hat die GEW über die Personalräte der Schulen eine eigene Umfrage zur Personalsituation gestartet, deren Ergebnisse sie am Mittwoch, 7. Oktober, um 10 Uhr im Rahmen der Landespressekonferenz vorstellen wird.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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