GEW-Papier im Fachausschuss Schulentwicklung: Konsequenzen gegen Ausgrenzung im Schulwesen sind notwendig

Auf der heutigen Sitzung des Fachausschusses zur Schulentwicklung der Bildungsdeputation hat Harry Eisenach für die GEW Bremen ein umfangreiches Papier zur die Entwicklung der Schülerzahlen vorgelegt. Die wichtigsten Aussagen sind:

15.01.2008 Bremen Pressemeldung GEW Bremen
  • Das Gymnasium wächst stetig und ist Mehrheitsschule für die große Masse der SchülerInnen. Der Anteil der SchülerInnen an Sekundarschulen sinkt seit Beginn ihrer Einrichtung im Jahr 2004. Er ist mittlerweile geringer als der an den früheren Hauptschulen.
  • Das Schulsystem wird an seinen beiden Polen stärker: Immer mehr SchülerInnen besuchen Förderzentren (Sonderschulen) und Privatschulen, insbesondere private Gymnasien.
  • Die ausländischen SchülerInnen sind überdurchschnittlich stark an Sonder- und Sekundarschulen sowie 6-jährigen Grundschulen vertreten. An Gymnasium und besonders an den privaten Gymnasien ist der Ausländeranteil gering. Ausländerkinder kommen somit nur im geringen Maße zu höherwertigen Abschlüssen.
  • An den 6-jährigen Grundschulen verlassen beim Übergang zur 5. Klasse viele Kinder diese Schulen, darunter überdurchschnittlich viele mit deutschem Pass.
  • Stadtteile mit hoher Arbeitslosenquote und hohem Migrantenanteil haben einen geringeren Gymnasial- und einen höheren Hauptschulanteil. Aus diesen Stadtteilen wechselt ein erheblicher Teil der SchülerInnen nach der 4. Klasse in Richtung Innenstadt bzw. nach Vegesack. Dadurch ist die soziale "Entmischung" an den Schulen dieser Stadtteile besonders groß. Für die GEW ergeben sich aus den Daten folgende Konsequenzen für die Schulentwicklung:
  • Kein weiterer Ausbau des isolierten Gymnasiums
  • Priorität des Wohnortes bei der Aufnahme in die fünfte Klasse, unterstützt durch verstärkte Zusammenarbeit von Grund- und Sek-I-Schulen
  • Förderung der weiteren Integration von Schulzentren und integrativer Schritte an Gymnasien

Integrative Arbeit muss durch die Zuweisung von Lehrerstunden gefördert werden. Notwendig sind Planungsstunden und die Senkung der Klassenfrequenzen für alle Schulen, die auf eine gemeinsame Schule bis zur 10. Klasse hinarbeiten. Das gilt auch für Gymnasien, wenn sie integrative Konzepte entwickeln.

Außerdem müssen den Schulen erheblich mehr Förderstunden zugewiesen werden, um dem "Aussortieren" von SchülerInnen durch pädagogische Maßnahmen entgegenzuwirken. Damit das qualifizierte Lehren in heterogenen Lerngruppen überall zur vorherrschenden Praxis wird, sind entsprechende Fortbildungsangebote zu entwickeln und den Lehrkräften hierfür Entlastungen zu gewähren.

Harry Eisenach, Sprecher des Stadtverbandes Bremen

Ansprechpartner

GEW Bremen

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