Baden-Württemberg

GEW: Schick hat kein tragfähiges Schulkonzept für die Zukunft

Die aktuelle Schülervorausrechnung des Statistischen Landesamtes zeigt, dass die Schulstruktur und die neue Werkrealschule in Baden-Württemberg kein tragfähiges Schulkonzept für die Zukunft ist, sagt die Bildungsgewerkschaft GEW.

30.06.2010 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Die neuen Werkrealschulen sind kein Zukunftskonzept. Schon in fünf bis zehn Jahren wird selbst bei günstigen Übergangsquoten bereits die Hälfte der neuen Werkrealschulen geschlossen werden müssen. Die Werkrealschule ist eine bildungspolitische Sackgasse ohne pädagogische Verbesserung für die Schülerinnen und Schüler. So wird es in Zukunft auf dem flachen Land außer den Grundschulen kaum noch weiterführende Schulen geben. Das Kinderland Baden-Württemberg wird pädagogisches Hinterland", sagte am Mittwoch (30.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die Bildungsgewerkschaft kritisiert, dass die CDU-/FDP-Landesregierung und Kultusministerin Marion Schick ihre Bildungspolitik nur mit Blick auf die Landtagswahlen im nächsten März planen. "Niemand traut sich zu sagen, dass das Werkrealschulprogramm vor allem dazu dient, kleine und auch erfolgreiche Hauptschulen zu schließen. Wir brauchen eine Landesregierung, die mit realistischem Blick Schulstrukturen schafft, die gerecht sind und Wohnortnähe sicherstellen, statt immer nur oberflächliche kosmetische Reparaturen vorzunehmen", sagte Moritz.

Das Schulentwicklungsgutachten der GEW für Baden-Württemberg gibt aufgrund der sinkenden Schülerzahlen der Werkrealschule keine Zukunftschance. Bereits 2015 werden nur noch in 191 Gemeinden zweizügige Werkrealschulen gebildet werden können. Die Mehrheit der jetzt genehmigten 525 Werkrealschulen wird schon in wenigen Jahren so wenige Schüler/innen haben, dass das zweizügige Konzept nicht mehr umgesetzt werden kann.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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