GEW zu den heutigen SchülerInnen-Demos: Quittung für die überstürzte Einführung des achtjährigen Gymnasiums
Die Skepsis bei den Eltern und SchülerInnen gegenüber dem achtjährigen Gymnasiums war immer groß, sie schlägt inzwischen wieder in totale Ablehnung der Art der Durchführung um. Dazu Andreas Hofmann von der Fachgruppe "Gymnasium" der GEW Bayern: "Wir haben Verständnis für den Unmut der SchülerInnen, die die angeblich intensiv vorbereitete Einführung nicht entsprechend erlebt haben und sich gegen Druck und zu große Kurse wehren.
12.02.2010 Pressemeldung GEW BayernDurch das verschärfte Lerntempo und die gestiegenen Belastungen für SchülerInnen und Lehrkräfte im achtjährigen Gymnasium wird die herkömmliche Art des Lernens zementiert: Die Fixierung auf den Stoff, der überwiegend lehrerzentrierte Unterricht und die geringen Chancen für die Schüler, frei zu arbeiten werden sich nicht ändern. Neuere Entwicklungen zu innerer Schulreform werden damit blockiert. Die Sicherung der Kernkompetenzen - ein wichtiges Ziel der Oberstufe- kann durch die Erhöhung der Zahl der Prüfungen und der Belegungsverpflichtungen nicht erreicht werden. Insbesondere leidet die Qualität des Lernens und die Persönlichkeitsentwicklung der SchülerInnen unter der neuen Struktur der Oberstufe."
Im Schreiben vom 29.01.2010 vom KM an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 der Gymnasien in Bayern, sowie an ihre Erziehungsberechtigten schreibt Ministerialdirektor Erhard: "Das Konzept der neuen Oberstufe, wurde bereits 2006 bekannt gemacht und intensiv vorbereitet."
Man fragt sich nur, warum drei Wochen vor dem ersten Zeugnis über die Halbjahresleistungen per KMS vom 26.1.2010 die Berechung dieser Halbjahresleistungen geändert wurde. Als Grund wurde ein unpassendes Computerprogramm genannt. Hofmann: "Es drängt sich der Verdacht auf, dass damit auch die Gemüter der Eltern und SchülerInnen beruhigt werden sollten. Für eine intensive Vorbereitung des G8 spricht dies jedenfalls nicht!"
In der Presseerklärung des KM wird von eine durchschnittlichen Schülerzahl von 20 in den Kursen gesprochen. Wie das KM zu dieser Zahl kommt ist unerklärlich, eine stichprobenartige Nachfrage an Gymnasien ergibt eine weit höhere Zahl.
Alle kurzfristigen Maßnahmen können aber das große Zukunftsproblem der Schülerinnen und Schülern, nämlich den Druck des doppelten Abiturjahrgangs auf die Universitäten und Ausbildungsbetriebe nicht auffangen.
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