Glückwunsch an die "Einheitsschule"
"Dass auch die zweite IGLU-Studie den Grundschulen erfolgreiche Arbeit bescheinigt, zeigt einmal mehr, wie effektiv das gemeinsame Lernen von Kindern sein kann", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW. "Die Grundschule ist die einzige Schule in Deutschland, die alle Kinder aufnehmen muss. Grundschullehrerinnen und -lehrer strafen diejenigen Lügen, die behaupten, mit heterogenen Lerngruppen könnten keine guten Leistungen erzielt werden. Auf diese gute Arbeit der Grundschullehrerinnen und Lehrer sind wir stolz."
29.11.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWWie heute weiterführende Schulformen, die auf längeres gemeinsames Lernen abzielen, wurde die Grundschule in ihren Anfängen in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts von ihren Gegnern als "Schule der Gleichmacherei" oder "sozialistische Einheitsschule" beschimpft.
"Die Lehrerinnen und Lehrer der weiterführenden Schulen könnten von dieser offensichtlich erfolgreichen "Einheitsschule" viel lernen", so Beckmann weiter. "Sie schafft es offenbar, gute Leseleistungen zu erzielen und damit im internationalen Vergleich im oberen Viertel zu liegen."
Der Wermutstropfen der IGLU-Ergebnisse ist der erneute Beleg, dass in Deutschland Bildungschancen stark von der sozialen Herkunft der Kinder abhängig sind.
"Da der Grundschule die frühe Zuteilung der Kinder zu weiterführenden Schulen aufgebürdet wird, kann sie ihre integrative Pädagogik nicht hundertprozentig umsetzen", so Beckmann abschließend. "Die Landesregierung wäre gut beraten, auf längeres gemeinsames Lernen zu setzen, damit die positiven Ansätze der Grundschulpädagogik in die weiterführenden Schulen getragen werden können. Zumindest sollte sie denjenigen, die entsprechende Modelle in weiterführenden Schulen erproben wollen, die Chance dazu geben."
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