Baden-Württemberg

Grün-rote Bildungspolitik: Wichtige Signale

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt die grün-roten Pläne zum Ausbau von Ganztagsschulen, die Schaffung von Gemeinschaftsschulen und der verbindlichen Umsetzung des Orientierungsplans für die KiTas. Vor allem die Verbesserung des Personalschlüssels für die Kleinen wäre ein echter Meilenstein. "Es wäre ein großer Erfolg, wenn Baden-Württemberg in einigen Jahren in der bundesweiten Statistik nicht mehr das Land ist, in dem am stärksten der Bildungserfolg vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Ziel aller Maßnahmen der neuen Landesregierung muss es sein, Chancengleichheit zu schaffen", sagte am Dienstag (26.04.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

26.04.2011 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Für die Streichung von durch Schülerrückgang frei werdenden Lehrerstellen sieht die GEW bis 2016 keinen Spielraum. "Das Schüler-Lehrer-Verhältnis hat sich in den vergangenen 25 Jahren um bis zu 18 Prozent verschlechtert. Angesichts der zahlreichen pädagogischen Herausforderungen wie die weitere Senkung der Klassenteiler, die Inklusion behinderter Schüler/innen oder der Sprachförderung kann es sich unser Land nicht leisten, Lehrerstellen zu streichen", sagte Moritz.

Die GEW setzt sich für die Schaffung echter Ganztagsschulen auch im Grundschulbereich ein, die für alle Kinder verbindlich sind und in denen alle Kinder gemeinsam lernen und sich individualisierter Unterricht, Förderung, soziales Lernen und kreative Phasen verbinden. Außerdem erwartet die Bildungsgewerkschaft, dass Grüne und SPD einen neuen Schulentwicklungsplan vorlegen. Die letzte Planung für alle Schulstandorte in Baden-Württemberg gab es in den 70er Jahren.

Als eine der ersten Aufgaben für den/die neue/n Kultusminister/in nennt die GEW-Chefin die Reform der Werkrealschule. "Bundesweit schütteln Bildungsexperten den Kopf über den Versuch, mit der Werkrealschule die veraltete Schulstruktur zu retten. Die Landesregierung kann jetzt dafür sorgen, dass an allen Hauptschulen das zehnte Schuljahr eingeführt wird und so verhindern, dass die Werkrealschüler montags in die Hauptschule und am Dienstag an die Berufsfachschule fahren. Diese Jugendlichen brauchen in besonderem Maße eine vertraute Umgebung und eine stabile Bezugsgruppe. Das wäre die beste Vorbereitung auf das Leben", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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