Bayern

"Gut für die Bildungsrepublik, wenn Hamburg nicht Schule macht!"

Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes, begrüßt "das klare ´Nein´ der Hamburger zur Schulreform", und hofft, dass dieses Ergebnis auch im Saarland und in Nordrhein-Westfalen die Bevölkerung motiviert, die leeren Versprechungen der Politik aufzudecken. "Visionen sind wichtig, aber sie müssen sich auch an der Realität und an der Bildungswissenschaft messen lassen. Viele Hamburger Bürgerinnen und Bürger haben dies erkannt und den Reformplänen des schwarz-grünen Senats eine Abfuhr erteilt". Die Politik könne nicht einfach "an den Menschen vorbeiregieren", und auf deren Kosten ihre utopischen Vorstellungen einer gleichförmigen Gesellschaft zu verwirklichen suchen, so Huber weiter.

19.07.2010 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Statt zu reformieren um des Reformieren willens, müsse die Politik das gesellschaftliche Vertrauen in das bestehende differenzierte System stärken, meint Huber. "Wenn das differenzierte Schulsystem gesellschaftlichen Rückhalt erfährt, Verlässlichkeit und Kontinuität in die Bildungspolitik einkehren, können die Jugendlichen Selbstvertrauen aufbauen" – der Grundbaustein für Motivation und letztendlich Erfolg.

So wirke sich zum Beispiel das gute Ansehen der Realschule in Bayern äußerst positiv auf die Qualität dieser Schulformen aus. "In Bayern hat man erkannt, dass es bei rechtzeitiger Wahl passgenauer Bildungsangebote nach der 4. Klasse nicht um eine elitäre negative Selektion geht, sondern um den bestmöglichen Bildungsweg für den einzelnen Schüler. Die Wahlmöglichkeit soll den Jugendlichen ihren Weg erleichtern". Solange das differenzierte Schulsystem wie in Bayern konsequent Übertrittsmöglichkeiten schaffe, sei die 4. Klasse eben nicht "lebensbestimmend", die schulische Laufbahn zu jeder Zeit offen für Veränderung. Das differenzierte Schulsystem eröffne so nicht nur mehr Möglichkeiten, sondern sei am Ende auch ´gerechter´ als die Gemeinschaftsschule – nicht nur kindgerechter, sondern am Ende auch chancengerechter.

Huber abschließend: "Aus dem Hamburger Ergebnis lässt sich die Forderung der Bürger ableiten, zu realer, an den Bedürfnissen der Menschen orientierter Politik zurückzukehren. Sicherlich wird es auch dazu beitragen, bei den Regierungsparteien in Bayern entsprechende Gedankenspiele aufzugeben. Das ist gut für Bayern, das ist gut für Bayerns Schüler."

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