„Gutes mit Ideen aus der Praxis noch besser machen"
Mit dem Praxistag 3.0 verbessert das Land Rheinland-Pfalz den Start in Ausbildung und Beruf und hebt das seit mehr als 15 Jahren erfolgreiche und bundesweit einmalige Projekt auf ein neues Niveau.
20.01.2026 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz„Was will ich einmal werden? Diese Frage treibt junge Menschen wahrscheinlich mehr um als vieles andere“, sagt der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber. „Deshalb passen wir die Berufsorientierung an unseren Schulen immer weiter an. Genau das tun wir jetzt auch mit dem Praxistag 3.0.“ Denn damit wird das seit mehr als 15 Jahren erfolgreiche und bundesweit einmalige Projekt Praxistag auf ein neues Niveau angehoben. „Wir machen Gutes und Bewährtes noch besser, weil wir die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren nutzen“, erklärte Teuber, als er zusammen mit Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, den Kickoff für den Praxistag 3.0 gab.
Dass das Konzept funktioniert, konnte Teuber am Ort des Kickoffs beobachten: dem toom-Baumarkt in Alzey, der seit vier Jahren beim Praxistag mitmacht und derzeit 30 Schülerinnen und Schüler in diesem Rahmen betreut. „Lars hat beim Praxistag vor ein paar Jahren hier reingeschnuppert und begrüßt heute in seinem ehemaligen Praktikumsbetrieb uns voller Stolz als Auszubildender. Das bestätigt die Wirkung unserer Berufsorientierung“, so der Minister.
„Insgesamt machen in Rheinland-Pfalz mehr als 8.000 Schülerinnen und Schüler von rund 270 Schulen beim Praxistag mit“, berichtete Teuber. Sie gehen dabei über sechs bis zwölf Monate einmal in der Woche in einen der 5.000 teilnehmenden Betriebe. Sie lernen „on the job“, wie es im Berufsleben zugeht. Zudem wird ihr Einsatz in den Unternehmen flankiert durch betreuende Lehrkräfte, Perspektivgespräche zur Halbzeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagenturen sowie intensive Vor- und Nachbereitung. Zusammen mit unseren zahlreichen anderen Maßnahmen zur Berufsorientierung an allen Schularten ist das die bestmögliche Vorbereitung auf die Arbeitswelt. „Ich habe heute im Gespräch gesehen, wie Ben und Hope im Praxistag als Menschen und als Schülerin und Schüler gewachsen sind, wie sie im Team lernen und auch im Netzwerk vor allem mit ihren Lehrerinnen und Lehrern der Realschule plus Flonheim wachsen“, erzählte Teuber. „Ich wünsche ihnen mit allen weiteren Schülerinnen und Schülern viel Freude und Spaß und danke allen, die jeden Tag zum Erfolg der Kinder und Jugendlichen beitragen.“
In den Praxistag 3.0 werden jetzt die Erfahrungen der früheren Projektrunden einfließen. Ziel ist es dabei, die Elternarbeit zu verstärken, den Praxistag bei den Betrieben noch bekannter zu machen und das Projekt so zu standardisieren, dass es noch besser zusammen mit anderen Maßnahmen der Berufsorientierung wirkt. Dazu gibt es unter anderem einen Online-Feedbackbogen, in dem Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen erläutern.
Feedback bekamen Teuber und Schulz im Alzeyer toom-Baumarkt von Schülerinnen und Schülern, die von ihrem persönlichen Praxistag zwischen Schrauben und Wasserhähnen berichteten und erzählten, was sie davon für ihre Berufswahl mitnehmen konnten. Die Bedeutung des Praxistags für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt strich BA-Geschäftsführerin Schulz heraus: „Der Übergang zwischen Schule und Erwerbsleben ist für junge Menschen entscheidend für den beruflichen Lebensweg. Insbesondere Praktika unterstützen Jugendliche beim Berufseinstieg. Hier erleben sie die Arbeitswelt realistisch und können sich ein konkretes Bild machen. Unsere Berufsberaterinnen und -berater unterstützen die Schülerinnen und Schüler innerhalb des Praxistags gezielt durch individuelle Reflexion, Orientierung und Beratung. Bei Bedarf können die Arbeitsagenturen sowohl die jungen Frauen und Männer als auch die Betriebe ergänzend mit vielfältigen Förderinstrumenten unterstützen.“
Der „Praxistag 3.0“ ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit des Ovalen Tischs zur Fachkräftesicherung der Landesregierung mit der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der BA. Die Maßnahme wird mit mehr als 17,5 Millionen Euro finanziert. Die Bundesagentur für Arbeit beteiligt sich davon mit 5,2 Millionen Euro für die Dauer von drei Jahren. Der Praxistag ist damit die umfangreichste Maßnahme zur Berufsorientierung in Rheinland-Pfalz.
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