Gymnasium für alle!
"Dass das Gymnasium die beliebteste Schulform in NRW ist und die besten Lernstandsergebnisse vorzuweisen hat, spricht dafür, diese Schulform als Haupt-Schule anzuerkennen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Wenn dann zusätzlich die Stärken der anderen Schulformen für eine Optimierung dieser Schulform genutzt würden, hätten wir eine optimale Schulform für alle."
27.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDer VBE hängt nicht an Begrifflichkeiten. Ob die Schule der Zukunft "Gemeinschaftsschule" oder "Gymnasium" heißt, ist für uns nicht von zentraler Bedeutung. Von zentraler Bedeutung ist ausschließlich, was zur Verbesserung der Bildungschancen aller Kinder führt.
"Für den VBE ist darüber hinaus die Schulstruktur nicht Zweck, sondern Mittel zum Zweck", so Beckmann weiter. "Wer eine wirkliche Schulreform will, muss die innere Entwicklung in den Schulen vorantreiben und darf äußere Veränderungen nicht tabuisieren."
CDU und FDP haben das Gymnasium zum Schwerpunkt der Aktuellen Stunde gemacht. Sie sind aber Antworten auf die Frage schuldig geblieben, wie denn alle Kinder von den erklärten Vorzügen dieser Schulform profitieren könnten.
Die kommunalen Schulträger haben die alten Gräben längst verlassen und sind weiter als die Landespolitiker. Sie haben erkannt, wie wichtig ein wohnortnahes vollständiges Bildungsangebot als Standortfaktor ist und zeigen sich über die Parteigrenzen hinweg offen für neue Ansätze wie die Gemeinschaftsschule/Allgemeine Sekundarschule. Sie wissen, dass wir es uns nicht leisten können, angesichts der demografischen Entwicklung auch nur ein einziges Talent brach liegen zu lassen.
Der VBE fordert alle Fraktionen des Landtags auf, den Kommunalpolitikern zu folgen und nicht in alte Grabenkämpfe zurückzufallen.
"Setzen Sie sich an einen Tisch", so Beckmann abschließend. "Vergessen Sie Ihre Parteiinteressen und stellen sie die Interessen der Kinder und unseres Landes in den Mittelpunkt."
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