Fachkräftemangel

302 neue Lehrkräfte eingestellt, die meisten davon an Stadtteilschulen

Zweimal im Jahr werden in Hamburg neue Lehrkräfte eingestellt. Der erste Einstellungstermin macht Mut: Zum 1. Februar hat die Stadt insgesamt 302 neue Lehrkräfte an Hamburgs Schulen unbefristet eingestellt.

06.02.2023 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)
  • Lehrer auf dem Schulweg mit Umhängetasche. © www.pixabay.de

Damit ist der Lehrkräftemangel in der Hansestadt bisher noch nicht so spürbar wie in anderen Bundesländern. Die Zahl der eingestellten Lehrkräfte ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um 4,5 Prozent gestiegen. Im Januar des letzten Jahres hatte die Schulbehörde noch mit 289 neuen Lehrkräften für das dann folgende Schulhalbjahr gerechnet. Die meisten der neuen Lehrkräfte, insgesamt 114 (37,7 Prozent) gehen an die Hamburger Stadtteilschulen. Das Durchschnittsalter der neu eingestellten Lehrkräfte liegt mit knapp unter 33 Jahren stabil auf dem Niveau der Vorjahre.

Schulsenator Ties Rabe begrüßt die neuen Lehrkräfte am morgigen Montag mit einem feierlichen Senatsempfang im Rathaus. Rabe: „Ich bin froh, dass sich Jahr für Jahr sehr viele Lehrkräfte für Hamburg entscheiden. In Zeiten des Lehrkräftemangels spielt gewiss auch der Einsatzort eine entscheidende Rolle. Da ist es sicherlich von Vorteil, dass unsere Stadt und unsere Schulen bundesweit große Anerkennung genießen. Hamburg profitiert aber auch von mehr Lehrkräften, denn Hamburgs Schülerzahl wächst und die Qualität des Unterrichts wird durch zusätzliche Lehrkräfte und weitere Pädagoginnen und Pädagogen stetig verbessert.“

Die meisten Lehrkräfte (114) gehen an die Stadtteilschulen (Februar 2022: 109), gefolgt von den Grundschulen (79), den Gymnasien (76), den Berufsschulen (20) und den Sonderschulen (13). Etwa 70 Prozent der neuen Lehrkräfte sind Lehrerinnen (213), rund 30 Prozent sind Lehrer (89). Damit ist die Quote im Vergleich zu den letzten Jahren in etwa gleichgeblieben (Februar 2022: 84 Männer und 205 Frauen).

Aufgrund der Pensionierungswellen der letzten Jahre hat sich das Durchschnittsalter der Lehrkräfte in Hamburg insgesamt stark verjüngt. Auch die nun neu eingestellten Lehrkräfte sind vergleichsweise jung. Mit durchschnittlich 32,64 Jahren bleibt das Durchschnittsalter auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre und steigt im Vergleich zum Vorjahr lediglich um etwa dreieinhalb Monate (0,3 Jahre). Die jüngste Lehrkraft ist übrigens eine Frau mit 24 Jahren, der älteste neu eingestellte Lehrer ist 65 Jahre alt.

Mit 122 Lehrkräften hat die zahlenmäßig größte Gruppe ein Lehramt an Gymnasien studiert. Die meisten davon (71) werden zukünftig auch an einem der Hamburger Gymnasien unterrichten. Weitere 50 werden in den Mittel- und Oberstufen der Stadtteilschulen der Hansestadt eingesetzt. Im Vorjahr war an dieser Stelle noch das Lehramt an der Primarstufe und Sekundarstufe I (111 Lehrkräfte) führend. Das liegt nun mit insgesamt 97 eingestellten Lehrkräften auf Platz zwei, gefolgt vom Lehramt an Sonderschulen (35) und dem Lehramt an Beruflichen Schulen (30). 18 Lehrkräfte sind sogenannte Seiteneinsteiger (Februar 2022: 12), die sich aufgrund anderer beruflicher Erfahrungen nun als Lehrkraft qualifiziert haben.

Die meisten der jetzt festangestellten Lehrkräfte (236) haben bereits das zweite Staatsexamen (Referendariat) in der Hansestadt gemacht. Dagegen kommen 48 der neuen Lehrkräfte aus anderen Bundesländern. Über die Hälfte davon aus Hamburgs Nachbarbundesländern Niedersachen (14) und Schleswig-Holstein (11). Auf Platz drei liegt bei den Herkunftsbundesländern übrigens Nordrhein-Westfalen mit insgesamt neun Lehrkräften.

Der überwiegende Teil der neuen Lehrkräfte (197) wird mindestens eines der drei Hauptfächer Deutsch (86), Englisch (70) und Mathematik (41) unterrichten. Während die meisten neuen Deutsch- (33) und Mathematiklehrkräfte (18) in den Grundschulen eingesetzt werden, kommen die meisten Englischlehrkräfte (21) an die Stadtteilschulen. Für die Fächer Physik, Chemie, Informatik und Technik wurden insgesamt 39 Personen eingestellt.

Hamburg stellt seine Lehrkräfte üblicherweise zu zwei Terminen im Jahr ein. Die meisten Lehrkräfte werden grundsätzlich im August zum Schuljahresbeginn verpflichtet. Immer mehr Lehrkräfte werden aber auch jetzt zum Halbjahr eingestellt. Die für diesen Februar ermittelten vorläufigen Zahlen können sich durch Nachmeldungen sogar noch leicht nach oben verändern. So wurden im Februar letzten Jahres etwa zehn Prozent mehr Lehrkräfte eingestellt als im Januar 2022 gemeldet waren, so dass aus ursprünglich 289 geplanten Lehrkräften schließlich 328 Festeinstellungen wurden. Es ist damit zu rechnen, dass auch in diesem Jahr noch weitere Einstellungen gemeldet werden. Zusammen mit den bereits im August 2022 eingestellten Lehrkräften wird Hamburg im Schuljahr 2022/23 dann insgesamt knapp 900 neue Lehrkräfte verpflichtet haben.


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