Homburger Erklärung: "Individualität braucht Differenzierung"
Der 11. Südwestdeutsche Realschulkongress der Landesverbände Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg fordert, dass in jedem Bildungskonzept – unabhängig von Schulstruktur und Schulbezeichnung – der Realschulbildung eine Schlüsselrolle zukommt.
25.09.2011 Pressemeldung Verband Reale BildungDie Realschule blickt auf eine über 300jährige Tradition zurück. Realschulbildung meint das, was der Begriff bereits sagt: die Orientierung an den Erfordernissen des realen Lebens. Gerade die Realschule ist die Schulart, die sich parallel zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen kontinuierlich weiterentwickelt hat, z.B. im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Ebenso gehören moderne Sprachen, Berufsorientierung und soziales Engagement zu den selbstverständlichen Unterrichtsinhalten.
Die Realschule – im Saarland die Erweiterte Realschule, in Rheinland Pfalz die Realschule plus – bereitet ihre Schülerinnen und Schüler durch individuelle Förderung sowohl auf den Übergang ins Berufsleben vor als auch auf den Wechsel in die gymnasiale Oberstufe mit abschließendem Abitur und Studium.
Realschulbildung orientiert sich an der von Vielfalt geprägten Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. Sie antwortet auf den Erwartungs- und Veränderungsdruck und die zunehmende Interessenpluralität mit praxistauglichen Konzepten. Sie respektiert die Unterschiede ihrer Schülerinnen und Schüler in Leistung, Begabung und Interessen und setzt somit auf ein differenziertes Schulsystem mit anerkannt profilierten Bildungsabschlüssen, die durch eine zentrale Abschlussprüfung erworben werden.
Realschulbildung besteht auf dem demokratisch legitimierten Leistungsprinzip, welches unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft allen die Chance zur Verwirklichung individueller Lebensentwürfe bietet. Die Realschule war und ist deshalb die Schule des sozialen Aufstiegs.
Das Fachlehrerprinzip an den Realschulen gewährleistet die hohe Qualität des Unterrichts und eröffnet somit den Schülerinnen und Schülern ein breites Spektrum an berufs- und studienbezogenen Zukunftsperspektiven. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ist dabei von grundlegender Bedeutung.
Um die reale Bildung optimal umsetzen zu können, fordern die Kongressteilnehmer die politisch Verantwortlichen auf, die hohe Qualität der Realschulbildung zu erhalten, den Schulen die notwendigen personellen und sächlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen und die Unterrichtsverpflichtung der Lehrerinnen und Lehrer so anzupassen, dass diese ihrem anspruchsvollen Bildungs- und Erziehungsauftrag auch in Zukunft gerecht werden können.
Keine Kommentare vorhanden