Iglu-Studie 2006: Sehr gutes Abschneiden saarländischer Grundschulen im internationalen Vergleich

Heute wurden in Berlin die Ergebnisse des IGLU-Bundesländervergleichs (IGLU-E) vorgestellt. Die Untersuchung zum Leseverstehen in der vierten Jahrgangsstufe stellt den deutschen Grundschulen insgesamt und auch den Grundschulen im Saarland ein sehr positives Zeugnis aus. Ganz Deutschland hat bei IGLU 2006 erfreulich gut abgeschnitten und deutlich bessere Ergebnisse erzielt als bei IGLU 2001. Deutschland insgesamt und auch das Saarland liegen signifikant über dem EU- und dem OECD- Schnitt. "Besonders bemerkenswert aus saarländischer Sicht," – so Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer: "In den meisten Teilbereichen liegt das Saarland über dem Bundesdurchschnitt. Es gelingt unseren Grundschulen also ein insgesamt erfreulich hohes Niveau in der Lesekompetenz zu erreichen."

09.12.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Die saarländischen Schülerinnen und Schüler haben im Durchschnitt 550 Punkte erreicht (Deutschland: 548). Das Saarland liegt damit im Bundesländervergleich auf Platz 7, schneidet aber nicht statistisch signifikant schlechter ab als die Bundesländer auf den Rangplätzen 2 bis 6. Sowohl mit literarischen als auch mit informativen Texten können saarländische Schülerinnen und Schüler gut umgehen. Auch bei den sogenannten textimmanenten sowie bei den sogenannten wissensbasierten Verstehensleistungen schneiden sie überdurchschnittlich ab.

Bei der Lesemotivation liegt das Saarland auf Platz 5 der Bundesländer; d.h. viele Kinder haben auch außerhalb der Schule Spaß am Lesen. "Hier zeigen unsere vielfältigen Maßnahmen zur Leseförderung und Motivationssteigerung Erfolg" – so die Ministerin. "Die Studie bestätigt uns aber auch, dass die Lesemotivation bei Mädchen höher ist als bei Jungen, so dass wir mit den bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Leseförderung von Jungen auf dem richtigen Weg sind (Leserücksäcke, thematische Bücherkisten). Hier werden wir uns verstärkt engagieren".

Der Anteil der schwächeren Leser liegt im Saarland bei 11,3 % (Platz 6). Dieser Wert liegt fast zwei Prozentpunkte günstiger als der Bundeswert (13,2%). In allen Bundesländern ist ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lesekompetenz festzustellen. Es gelingt der Studie zufolge im Saarland bei den Viertklässlerinnen und Viertklässlern eine etwas höhere Lesekompetenz zu erreichen als die Unterschiede im Sozialstatus der Elternhäuser erwarten lassen. "Auch wenn die Differenz der Leseleistung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund etwas günstiger liegt als im Bundesdurchschnitt, dürfen wir in unseren Bemühungen um Förderung insbesondere auch von Kindern aus sozialschwachen Familien und solchen mit Migrationshintergrund nicht nachlassen," sagte die Ministerin.

Im Saarland wurden in den vergangenen Jahren vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der vorschulischen und schulischen Rahmenbedingungen und dabei insbesondere auch der Lesekompetenz auf den Weg gebracht. Zu nennen sind zum Beispiel:

  • die Förderung des frühen Lernens im Kindergarten (Sprachförderprogramm "Hören, Lauschen, Lernen" und das Bildungsprogramm),
  • das Sprachförderprojekt "Früh Deutsch lernen" für Migrantenkinder vor der Einschulung,
  • das Landesprogramm "Bibliothek und Kindergarten" (Bücherkisten, Lesungen sowie Aus- und Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher),
  • die drastische Erhöhung der Unterrichtstundenzahl in den Grundschulen. Die Jahreswochenstunden wurden von 89 im Jahr 1999 auf heute 102 erhöht. Das entspricht fast einem halben Jahr mehr Unterricht. Die daraus erwachsenden Förderwirkungen werden sich jedoch erst im nächsten IGLU-Durchgang voll niederschlagen können,
  • die Einführung von Lesekompetenztests und Orientierungsarbeiten im Fach Deutsch,
  • das Netzwerk "Mehr Lesen", in dem Bibliotheken, Buchhandlungen, Vereine und Verbände gemeinsam mit dem Kultusministerium die zahlreichen Aktivitäten zur Leseförderung im Saarland (z.B. Lesedino-Projekte) bündeln,
  • die Unterstützung der Vernetzung von Schulbibliotheken mit öffentlichen Bibliotheken durch das Land,
  • sowie ein Bibliothekswettbewerb.

Die IGLU-Studie untersucht die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern der vierten Klassen. Die Studie wurde bisher zweimal (in den Jahren 2001 und 2006) durchgeführt.

Weltweit haben 45 Staaten an IGLU 2006 teilgenommen.

In Deutschland haben sich alle Bundesländer an der vertiefenden Erweiterungsstudie IGLU – E 2006 beteiligt. Im Saarland waren 25 Grundschulen mit jeweils einer vierten Klasse an IGLU - E beteiligt.


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