"Individuelle Förderung als Schwerpunktsetzung baldmöglichst auf alle Schularten übertragen"
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt hält die heute im Bayerischen Landtag angekündigte Stärkung der Hauptschule für sinnvoll und richtig: "Die vom Kultusministerium vorgestellten Maßnahmen zur besseren individuellen Förderung eröffnen neue Perspektiven für die Arbeit von Lehrkräften und Schülern an den Hauptschulen. Sie sind aber sicherlich nicht eins zu eins auf andere Schularten übertragbar."
14.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Flexible Stundentafeln und Portfolios auch am Gymnasium denkbar
Vorstellen könne er sich jedoch beispielsweise durchaus, die für die Hauptschulen vorgesehene eigenständige Flexibilisierung der Stundentafeln zeitlich begrenzt auch auf die Gymnasien zu übertragen: "In Zeiten des Lehrermangels sollte als reine Notmaßnahme auch den Gymnasien die Möglichkeit eingeräumt werden, Stundentafeln und Unterrichtsangebot den personellen Kapazitäten anzupassen." Als interessanten Ansatz bewertet der bpv-Vorsitzende auch das Bestreben, das Bewertungssystem um Portfolios für jeden einzelnen Schüler zu ergänzen. So sei es für ihn durchaus vorstellbar, die Notengebung durch den Lehrer mit Schülerportfolios zu ergänzen. In ihnen sollten Schülerinnen und Schüler ihre schulischen Aktivitäten und Leistungen selbst dokumentierten und beurteilen. "Die fundierte Notengebung durch den qualifizierten Fachlehrer bleibt trotzdem notwendig. Schülerportfolios können sie aber durchaus sinnvoll ergänzen und auch Ansatzpunkte zu einer weiteren individuellen Förderung aufzeigen."
Nun auch Rahmenbedingungen an Gymnasien und FOSBOS verbessern
Schmidt forderte die Politik auf, nun auch konsequent die Rahmenbedingungen für die individuelle Förderung an den Gymnasien und an den Fachober- und Berufsoberschulen zu verbessern: "Die Stärke des differenziertes bayerischen Schulsystems besteht gerade darin, differenziert auf die Anlagen und Fähigkeiten jedes Schülers eingehen zu können. Dies geschieht vor allem auch durch ein reichhaltiges, lebendiges Angebot an Pflicht- und Wahlunterricht sowie Arbeitsgemeinschaften. Um dies in Zukunft wieder zu gewähren, brauchten wir mehr qualifizierte Lehrkräfte. Gedankenspiele, nach 2011 den Gymnasien 1.500 Lehrkräfte zu entziehen, sind für mich daher absolut unverständlich und fast schon skandalös. Denn unsere Schüler brauchen diese Lehrkräfte für einen guten Start ins Studium und Berufsleben."
Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, Pressestelle des bpv, E-Mail: , Tel. 089/74 61 63 13
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