Informationskompetenz muss fester Bestandteil von Bildung werden
Der Zugang zu Informationen allein reicht nicht aus. Kinder und Jugendliche müssen auch dabei unterstützt werden, Quellen einzuordnen, Desinformation zu erkennen und sich selbstbestimmt eine Meinung zu bilden.
24.09.2026 Bundesweit Pressemeldung JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und PraxisInformationen sind heute nahezu jederzeit verfügbar. Gleichzeitig wird es schwieriger, ihre Herkunft, Vertrauenswürdigkeit und Absicht zu beurteilen. Inhalte aus sozialen Netzwerken, Suchmaschinen und KI-Anwendungen stehen oft gleichberechtigt nebeneinander – unabhängig davon, ob sie journalistisch recherchiert, interessengeleitet, manipuliert oder vollständig erfunden sind.
Anlässlich des Internationalen Tages des Zugangs zu Information fordert das JFF – Institut für Medienpädagogik deshalb, Informations- und Nachrichtenkompetenz dauerhaft in Schule, Jugendarbeit und Familienbildung zu verankern.
„Wer Zugang zu Informationen hat, aber ihre Verlässlichkeit kaum beurteilen kann, kann nicht gleichberechtigt am gesellschaftlichen und demokratischen Leben teilhaben. Kinder und Jugendliche brauchen Räume, in denen sie Fragen stellen können, lernen Quellen zu prüfen und die Mechanismen digitaler Öffentlichkeit zu verstehen. Mit dieser Aufgabe dürfen die jungen Menschen und ihre Familien nicht allein gelassen werden“, sagt Dr. Susanne Eggert, Direktorin des JFF – Institut für Medienpädagogik.
Informationskompetenz bedeutet heute weit mehr, als Fakten von Falschmeldungen unterscheiden zu können. Junge Menschen müssen unter anderem verstehen, nach welchen Kriterien Plattformen Inhalte auswählen, wie emotionale und polarisierende Beiträge Aufmerksamkeit erzeugen und welche Interessen hinter Informationen stehen können. Mit generativer Künstlicher Intelligenz kommen neue Herausforderungen hinzu: Texte, Bilder, Stimmen und Videos lassen sich immer leichter überzeugend verändern oder vollständig künstlich erzeugen.
Das JFF formuliert daher drei zentrale Forderungen:
- Informations- und Nachrichtenkompetenz muss kontinuierlich gefördert werden.
Einzelne Projekttage reichen nicht aus. Die kritische und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit digitalen Informationen muss dauerhaft in schulischen und außerschulischen Bildungsangeboten verankert werden. - Pädagogische Fachkräfte brauchen Zeit, Qualifizierung und medienpädagogisch geprüfte Materialien.
Lehrkräfte sowie Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit müssen aktuelle digitale Entwicklungen einordnen und gemeinsam mit jungen Menschen bearbeiten können. Dafür benötigen sie regelmäßige Fortbildungen, praxistaugliche Methoden und ausreichende Ressourcen. - Die Perspektiven junger Menschen müssen einbezogen werden.
Medienpädagogische Angebote sollten an den tatsächlichen Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen ansetzen. Statt ihnen pauschal Leichtgläubigkeit oder einen unkritischen Medienumgang zu unterstellen, gilt es, ihre Fragen, Strategien und Unsicherheiten ernst zu nehmen.
„Medienkompetenz darf nicht nur als Schutz vor problematischen Inhalten verstanden werden“, betont Eggert. „Sie ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass junge Menschen ihre Rechte wahrnehmen, sich eine eigene Meinung bilden und digitale Öffentlichkeiten aktiv mitgestalten können.“
Das JFF beschäftigt sich in Forschung und pädagogischer Praxis mit Desinformation, Künstlicher Intelligenz, Jugendmedienschutz und politischer Medienbildung. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen, Familien sowie pädagogischen Fachkräften entwickelt und erprobt das Institut Ansätze für einen souveränen, kritischen und kreativen Umgang mit digitalen Medien.
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