Initiative gegen Sitzenbleiben: Vertreter der Lehrerorganisationen und Schulministerin Barbara Sommer starten eine Initiative zur Reduzierung der Zahl der Sitzenbleiber

Vertreter der nordrhein-westfälischen Lehrerorganisationen und das Ministerium für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen sind übereingekommen, eine gemeinsame Initiative zur Reduzierung der Sitzenbleiberquote auf den Weg zu bringen. Dazu haben heute Schulministerin Barbara Sommer, Udo Beckmann (VBE NRW), Andreas Meyer-Lauber (GEW NRW), Peter Silbernagel (Philologen-Verband NRW) und Monika Straub (Verein katholischer deutscher Lehrerinnen NRW) eine "Gemeinsame Erklärung" unterzeichnet. Die Unfallkasse NRW ist Partner der Initiative "Gütesiegel Individuelle Förderung" und unterstützt in diesem Rahmen auch die Initiative gegen das Sitzenbleiben.

29.04.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Rund 60.000 Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Schuljahr an allgemeinbildenden Schulen die Klasse wiederholt. Das entspricht einem Anteil von ca. 2,8 %. "60.000 Sitzenbleiber im Jahr sind zu viel", betont Ministerin Barbara Sommer in Übereinstimmung mit den unterzeichnenden Lehrerorganisationen. In der "Gemeinsamen Erklärung" heißt es: "Nicht selten erweist sich das Sitzenbleiben als eine pädagogisch kaum weiterführende und dafür zu aufwändige Maßnahme.

Ministerin und Verbände betonen allerdings, dass die Verminderung der Klassenwiederholungen aber auf keinen Fall mit einer Minderung der Leistungsanforderungen/Standards erkauft werden darf. Sie weisen darauf hin, dass es unabdingbar sei, Schulleitung und Kollegien, Lehrerinnen und Lehrer für diese pädagogische Maßnahme zu gewinnen und sie dazu zu bewegen, ihre schulische Arbeit daran auszurichten".

Ab dem 01. August 2008, also dem nächsten Schuljahr, können bis zu 300 weiterführende, allgemeinbildende Schulen an dieser Initiative teilnehmen. "Diese Schulen haben im Rahmen der einschlägigen Vorschriften konzeptionelle Freiheiten zur Senkung der Quote an Nichtversetzungen", betonen besonders die Vertreter der Lehrerorganisationen. Das Land stellt hierfür 100 Stellen zur Verfügung. Sie kommen aus den zum 01.08.2008 zusätzlich zur Verfügung stehenden Stellen gegen Unterrichtsausfall/Individuelle Förderung. Die Initiative ist auf drei Jahre angelegt. Sie wird wissenschaftlich begleitet und systematisch evaluiert.

Den teilnehmenden Schulen werden "best practice" Hinweise aus denjenigen Schulen zur Verfügung gestellt, die bereits in der Vergangenheit ihre Sitzenbleiberquoten deutlich senken konnten.

Nach Projektbeginn werden fünf Auftaktveranstaltungen (je Regierungsbezirk eine) organisiert, um die Fortbildungsbedarfe der beteiligten Schulen zu erheben und diese zu sichern. Individuelle Förderung und Reduzierung der Sitzenbleiberquote bilden einen besonderen Schwerpunkt der Lehrerfortbildung.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, den Anteil an erfolgreichen und höherwertigen Schul- und Ausbildungsabschlüssen – ohne Qualitätsverlust – zu steigern und den Anteil der in unserem Bildungssystem scheiternden deutlich zu senken!" betonen die Schulministerin und die Vertreter der Lehrerorganisationen.


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