Debatte

Inklusion ohne Ideologie – zum Wohl aller Schüler

Die [Bertelsmann-Studie](http://bildungsklick.de/a/94547/inklusion-bleibt-an-vielen-weiterfuehrenden-schulen-ein-fremdwort/) zur Inklusion von Anfang September, das Gutachten zur Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg und die jetzt bekannt gewordenen Brandbriefe zahlreicher Schulen an die zuständigen Behörden haben die Inklusionsdebatte erneut aufflammen lassen. Der Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e.V. (VNN) appelliert, über den zum Teil ideologischen Auseinandersetzungen das Wohl der Schüler nicht aus dem Blick zu verlieren.

29.09.2015 Pressemeldung VNN e.V. - Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen

Kinder sollten nach ihren Bedürfnissen beschult werden und nicht nach theoretischen Vorgaben. Dazu gehöre, dass das Potenzial des differenzierten Schulsystems, wie es in Deutschland besteht, und von Lehrkräften mit einer an den Bedürfnissen der Schüler orientierten Ausbildung genutzt werde.

"Jedes Kind sollte die Schule besuchen dürfen, die ihm bei individueller Förderung die Chance bietet, dem Stoff zu folgen", erklärt Dr. Cornelia Sussieck, Vorsitzende des VNN. Daher sollten Schulen entsprechend ausgestattet und der Zugang zu den Klassenräumen barrierefrei sein. Sussieck warnt davor, unter dem Vorwand der Inklusion Gleichmacherei zu betreiben: "Ein Kind, das in der falschen Schulform ist, wird frustriert und ausgeschlossen." Die Mitglieder des VNN wissen aus langjähriger Erfahrung, wie schwierig es ist, ein Kind, das durch die falsche Schulform unter- oder überfordert war, wieder aufzubauen und ihm die Freude am Lernen zurückzugeben.

Auch die Überlegungen zur Qualifizierung der Fachlehrer hält Sussieck für nicht ausgereift, da diese die Verantwortung für inklusiven Unterricht wieder an die Lehrer der öffentlichen Schulen delegiert: "Lehrer an Förderschulen haben ein acht oder neunsemestriges Spezial-Studium absolviert. Fachlehrer sollen nun durch eine kurzzeitige Weiterbildung zu inklusivem Unterricht befähigt werden. Welche Form der Inklusion sollen sie denn nach dieser Weiterbildung praktizieren können?" Auch das Lehramtsstudium um ein Fachsemester zu kürzen und stattdessen ein Inklusions-Semester verpflichtend zu machen könne kein Weg zu sinnvoller Inklusion sein. "Diese Überlegungen gehen auf Kosten der Lehrer und der Schüler und laufen damit allen Bestrebungen für erfolgreiche Lernbiografien entgegen."


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