Sprache

„Investieren statt lamentieren“

„Lesen und Schreiben sind und bleiben Schlüsselqualifikationen, die entsprechend gefördert werden müssen. Sie sind Grundlage von Bildung und für den Bildungserfolg“ kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE, anlässlich des neuen Schuljahrs.

20.08.2018 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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Verschiedene Erhebungen offenbarten zuletzt Defizite deutscher Schülerinnen und Schüler im Bereich des Lesens und Schreibens. So kam etwa die letzte IQB-Studie zu dem Ergebnis, das über 20 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler die Mindeststandards, welche an Orthografie gestellt werden, gar nicht erfüllen, weitere 24 Prozent hierüber nicht hinauskommen.

„Rechtschreiben muss als essenzielle Grundkompetenz verstanden und anerkannt werden“, fordert Beckmann. „Das heißt, dass Rechtschreiben in ausreichendem Maße in den Lehrplänen verankert werden muss, stofflich und zeitlich. Vor allem, aber eben nicht nur im Deutschunterricht. Die Förderung des Rechtschreibens ist Aufgabe aller Fächer. Sie endet nicht mit der Grundschulzeit. Wir brauchen eine systematische inhaltliche Thematisierung über alle Jahrgangsstufen hinweg. Darauf zu hoffen, dass sich Defizite im Verlauf der Bildungsbiografie junger Menschen wie von Geisterhand auflösen, wäre ein ebenso fataler Ansatz, wie die Ansprüche an ein orthografisches Mindestniveau herunterzuschrauben“, so Beckmann weiter.

„Gerade unter dem Gesichtspunkt von Bildungsgerechtigkeit muss die Politik, anstatt die Defizite öffentlich lautstark zu beklagen, sicherstellen, dass benachteiligte Schülerinnen und Schüler hinreichend gefördert werden können. Das Handicap, welches Rechtschreibdefizite mit sich bringen, darf sich nicht über die gesamte Schullaufbahn hindurch fortsetzen und sogar den weiteren Bildungs- und Berufsweg negativ beeinträchtigen,“ fordert Beckmann.

„Wir brauchen beim Rechtschreiben vergleichbare, orthografische Mindeststandards und ein Qualitätsmanagement, welches die Wirkung von Maßnahmen misst, um gezielter steuern zu können. Zudem muss Rechtschreibung in der Lehrerbildung, vom Studium bis zur Fort- und Weiterbildung, einen zentraleren Stellenwert einnehmen. Und nicht zuletzt braucht es massive Investitionen, vor allem in den auch im internationalen Vergleich unterfinanzierten Primarbereich. Denn individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern ist nur möglich, wenn hierfür die erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen bereitgestellt werden.“


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