Schleswig-Holstein

IVL zur Bildungskonferenz: Geringe Erwartungen, ruhige Stimmung, wenig Greifbares

Nach dem ersten Resümee zur sog. "Bildungskonferenz" bleibt nach Einschätzung der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) "unterm Strich" nur relativ wenig Greifbares.

10.09.2012 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein

Leider dominierte die Schulart "Gemeinschaftsschule" die Veranstaltung vom Anfang bis zum Schluss. Die Ministerin bedachte die Regionalschulen, Förderzentren und Gymnasien mit keinem Wort, die Grundschule wurde nur gestreift.

Die Nachricht des Tages – der Aufschub der Schulgesetzänderung um ein Schuljahr – birgt indes zwei Seiten einer Medaille: Die IVL begrüßt dies einerseits, wenn es möglich sein wird, die bereits zementiert geglaubten Vorstellungen der Landesregierungen noch einmal zu lockern. Zum anderen befürchtet der Verband eine einjährige Hängepartie besonders für die Regionalschulen, die ja durch die jetzige Praxis der Lehrerstellenverteilung ohnehin schon einen Wettbewerbsnachteil haben.

Erfreulich wertet die IVL, dass die geplante Stufenlehrerausbildung von den anwesenden Teilnehmergruppen nicht so unkritisch gesehen wird, wie diese von Teilen der Dänenampel gern dargestellt wird.

Insbesondere wurde dabei mit dem Trugbild einer an der Universität Flensburg ausgebildeten Sek-I-Lehrkraft aufgeräumt, die im pädagogischen Sinne zur eierlegenden Wollmilchsau werden soll, also bei bestem akademischen Anspruch alle pädagogisch-diagnostischen Fähigkeiten in sich vereinen wird.

Alles in allem ist die "Bildungskonferenz" aus Sicht der IVL keine sinnstiftende Veranstaltung gewesen.

Um Konkretes hat sich die Ministerin Prof. Wende heute gedrückt; die IVL wird entsprechende Fragen stellen, um klare Antworten zu Inhalten und Strukturen im momentan diffusen Bild der Schulpolitik im Lande zu erhalten.

IVL-Nachklapp zur Bildungskonferenz: "Wir warnen vor Euphorie und zu hohen Erwartungen!" – Leistungsbegriff, Noten und Schulartempfehlungen sind allgemein anerkannt (10.09.2012)

Im Nachgang zur "Bildungskonferenz" warnt die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) vor zuviel Euphorie, die durch diese Veranstaltung erzeugt worden ist.

"Letztendlich wird es um das knallharte Ringen von Formulierungen im Schulgesetz und in den Verordnungen gehen und nicht um die Wunschzettel der Konferenzteilnehmer. Wer das tatsächlich glaubt, wird recht hart auf den Boden der landespolitischen Realität zurückgeholt werden", schätzt die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius den weiteren Weg zur erneuten Gesetzesänderung ein.

Die IVL bezweifelt, dass die Bildungsministerin Prof. Waltraud Wende die Hoffnungen und Erwartungen der Schüler, Eltern und Lehrer wird erfüllen können. "Je länger die Ministerin nicht konkret wird, desto größer wird am Ende die Zahl der Enttäuschten sein", so Rhenius weiter.

Die konkreten Vorschläge der Ministerin, die Noten und die Schulartempfehlungen abzuschaffen, sind nach Einschätzung der IVL keineswegs gesellschaftlicher Konsens, schon gar nicht vonseiten der Eltern und Schüler.

"Während der Rest der Welt mit Schulnoten kein Problem hat, soll in Schleswig-Holstein die Schule offenbar nur noch nach der Höhe des "Spaßfaktors" betrachtet werden", bewertet Rhenius die Tatsache, dass der Begriff "Leistung" im Zusammenhang mit Schule auf der Bildungskonferenz überhaupt keine Rolle spielte.

Die IVL wird sich weiterhin am angekündigten Dialog beteiligen; allerdings wird sich die Bildungsministerin am Ende nicht an den vielen Worten eines Dialogs, sondern an ihrem bildungspolitischen Handeln messen lassen müssen.


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