"Jeder fünfte Jugendliche geht bei der Verteilung von entscheidenden Bildungschancen leer aus"

"Die bildungspolitische Kernbotschaft der aktuellen PISA-Studie lautet: Immer noch geht jeder fünfte Jugendliche in Deutschland leer aus, wenn es um die Verteilung einer entscheidenden ´Eintrittskarte` in eine erfolgreiche berufliche und soziale Zukunft geht - ausreichende Lesefähigkeit." Das erklärte Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, anlässlich der Veröffentlichung der OECD-Studie PISA 2006.

04.12.2007 Pressemeldung Stiftung Lesen

Laut Kreibich können der Studie zufolge 20 Prozent der 15-Jährigen so schlecht lesen, dass sie an der Schwelle zum so genannten sekundären Analphabetismus stehen. "Lesekompetenz wiederum ist fundamentale Voraussetzung für Wissenserwerb, für Qualifikation im Beruf, für soziale Integration.", so Kreibich.

"Auch wenn PISA als Ganzes gesehen für Deutschland nicht mehr den Schock bedeutet, den die Studie vor sechs Jahren darstellte: Es gibt im Bereich Lesekompetenz trotz leichter Verbesserungen keinen Anlass, sich zurückzulehnen.", betonte Kreibich. "Im Gegenteil: Wenn wir die Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft, die in Deutschland so groß ist wie in keinem anderen PISA-Teilnehmerland, beseitigen wollen, müssen wir erheblich mehr in die Verbesserung unserer Leseförderungs-Infrastruktur investieren. Und dies wiederum gerade für die Zielgruppen, die dringend mehr Hilfe brauchen: Familien mit Migrationshintergrund - und deutsche Familien aus so genannten bildungsfernen Schichten."

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