Bayerische Philologen

Jetzt das bayerische Gymnasium noch stärker machen

In der Diskussion um das von Kultusminister Dr. Spaenle vergangenen Freitag angekündigte Brücken- bzw. Intensivierungsjahr, das auf einen Vorschlag des Bayerischen Philologenverbands (bpv) zurückgeht, stellt dessen Vorsitzender Max Schmidt. fest, dass es sowohl schwächeren als auch stärkeren Schülerinnen und Schülern eine Chance bietet:

15.03.2012 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

"Wer den Vorschlag nur als freiwilliges Sitzenbleiben begreift, hat nicht verstanden, worum es wirklich geht. Es handelt sich eben nicht lediglich um ein zusätzliches Wiederholen, sondern um ein Instrument der Individualisierung und Flexibilisierung, das auch von guten und begabten Schülerinnen und Schülern in Anspruch genommen werden sollte." Während diejenigen, die auf Grund ihres Entwicklungsstands oder aus anderen Schwierigkeiten heraus mehr Zeit brauchen, in diesem Jahr je nach ihrem eigenen Förderbedarf Zeit haben, Lücken zu schließen und aufzuholen, können andere, die keine Problem haben, Zusatzangebote erhalten oder die Zeit beispielsweise für einen Auslandsaufenthalt nutzen.

Im Hinblick auf die praktische Umsetzung erläuterte Schmidt: "Es versteht sich, dass hier an den einzelnen Gymnasien immer wieder andere Lösungen zu finden sein werden – und zwar je nach Bedarf der Schülerinnen und Schüler, dem Profil der Schule und ihren Möglichkeiten. Auch das gehört zur Eigenverantwortlichen Schule. Wer individuelles Lernen ernst meint, kommt um eine solche Flexibilisierung nicht herum. Alles andere ist nicht zeitgemäß."

Was die Möglichkeiten der Umsetzung anbelangt, machte Schmidt deutlich, dass hier ausreichend Personal und Mittel erforderlich sind, um das Brücken- bzw. Intensivierungsjahr zum Erfolg zu machen: "Die Ernsthaftigkeit der Ankündigungen wird sich daran messen lassen müssen, inwieweit sie jetzt mit Ressourcen unterfüttert werden. Eine ausreichende integrierte Lehrerreserve beispielsweise gäbe den Gymnasien hier Möglichkeiten, Angebote für alle Schülerinnen und Schüler zu machen und gute wie schlechte wirklich individuell zu fördern."


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